Veranstaltungen zur Stuttgarter Antiquariatsmesse 2019

AUFTAKT
»Zweimal die ganze Welt umrundet«

Die diesjährige gemeinsame Auftaktveranstaltung der Stuttgarter Antiquariatsmesse und der Antiquaria Ludwigsburg widmet sich dem Thema der Reisenden Frauen.
Es waren oft Fernweh, Abenteuerlust und Wissensdurst, weswegen Frauen auf Reisen gingen. Andere hatten familiäre, religiöse oder politische Gründe, ihre Heimat zu verlassen. Die erste bekannte Reisende, die einen Bericht aus eigener Feder hinterlassen hat, war die Klosterfrau Etheria, die um 380 auf Pilgerfahrt nach Konstantinopel ging. Im 19. Jahrhundert reiste Lady Florence Dixie nach Patagonien, Alexandra David-Neel überquerte zur Erforschung tibetischer Kultur den Himalaya und Ella Maillart nahm ihre Katze mit nach Südindien. Die Wienerin Ida Pfeiffer hat wohl den Rekord aufgestellt: Sie umkreiste zweimal die Erde. Die Schilderungen aus weiblicher Sicht unterscheiden sich durchaus von denen der männlichen Reisenden, Berichte über das orientalische Frauenleben gibt es etwa nur von Frauen.
Die Stuttgarter Antiquarin Inge Utzt, seit langem auf Werke von und über Frauen spezialisiert, stellt die »Ladies on Tour« vor und liest aus deren Veröffentlichungen.
Freitag, 18. Januar, 19.30 Uhr, Literaturhaus Stuttgart


AUSSTELLUNG UND KATALOG
»Deutsche Auswanderung nach Brasilien im 19. Jahr
hundert«
Eine Ausstellung mit 70 Bänden dokumentiert Anwerbung und Kolonisation, das Leben und Arbeiten auf dem Lande und die Träume, die mit einer Reise in das Land der Zukunft – wie Brasilien genannt wurde – verbunden waren. Die meist deutschen, aber auch englischen, französischen und portugiesischen Bücher stammen aus den Beständen der normalerweise nicht öffentlich zugänglichen Brasilien-Bibliothek der Robert Bosch GmbH, ergänzt um ein wichtiges Exponat aus der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart.
Gerade im Hinblick auf die aktuelle Diskussion über Migration und Integration ist eine Ausstellung über historische Auswanderungsbewegungen wichtig und interessant – über den exotischen Reiz hinaus, den die Werke aus und über Brasilien im 19. Jahrhundert vermitteln.
→ Freitag bis Sonntag, 25. bis 27. Januar
in den Räumen der Messe


VORTRAG
»Neue Heimat Brasilien«

Über die Auswanderung aus dem deutschen Südwesten nach São Paulo, Santa Catarina und Rio Grande do Sul im 19. Jahrhundert spricht Dr. Roland Paul, Historiker, Volkskundler und ehemaliger Direktor des Instituts für Pfälzische Geschichte und der Pfalzbibliothek in Kaiserslautern.
Mit einem Grußwort von Dr. Sabine Lutz, Brasilien-Bibliothek der Robert Bosch GmbH, Stuttgart und musikalischer Umrahmung durch die Sängerin Cristina Marques.
Freitag, 25. Januar, 20 Uhr, Württembergischer Kunstverein


HANDBUCH

Mit Katalog »Auswanderung nach Brasilien«

Der redaktionelle Teil im »Handbuch 2019/2020« nimmt das Thema der Ausstellung auf: Die Hamburger Antiquarin Susanne Koppel, seit über 40 Jahren wissenschaftliche Betreuerin der Brasilien-Bibliothek der Robert Bosch GmbH, stellt die wichtigste Literatur aus den Jahren 1808 bis 1924 zur Auswanderung nach Brasilien im 19. Jahrhundert vor, gegliedert in die Bereiche: Kolonisation, Werbung – Warnung – Ratschläge – Auswandererführer, Anwerbung von Soldaten – Söldner, Leben und Arbeiten im Lande – Besucher sowie Schöne Literatur – Jugendbücher. Dr. Sabine Lutz gibt einen kurzen Einblick in die rund 1000 Werke umfassende Brasilien-Bibliothek der Robert Bosch GmbH, Alois Riffel, Mitglied im Präsidium der Badisch-Südbrasilianischen Gesellschaft, liefert einen einleitenden Beitrag »In Brasilien eine neue Heimat gestalten«.


VORFÜHRUNGEN I

Die Kunst handgefertigter Buntpapiere

Als Einbandbezug und Vorsatzpapier, als Auskleidung für Schuber und Schatullen zählt Buntpapier zu den unaufgeregten, fast heimlichen, dennoch liebenswertesten Freuden der Bibliophilen. Vom wertvollen Brokat- über das beliebte Marmor- bis zum modernen Schablonenspritzpapier reicht die Bandbreite an Erscheinungsformen und Techniken über die Jahrhunderte. Auch heute wird dieses alte Handwerk noch praktiziert: Die Grafikerin Ulrike Grießmayr gibt an ihrem Stand einen Einblick in die Kunst der Buntpapiererei.
Vorführungen am Samstag, 26. und Sonntag, 27. Januar, jeweils 13 bis 13.30 Uhr, Stand 41a


VORFÜHRUNGEN II

Das Restaurieren alter Bücher
Einen gut erhaltenen zeitgenössischen Einband wünscht sich jeder Sammler und Antiquar. Leider zeigen viele Bücher starke Beschädigungen oder sind später nicht passend nachgebunden, so dass eine Neubindung notwendig und sinnvoll erscheint. Die Buchbinderin Hannah Loibl präsentiert Arbeiten in Papier, Leder und Pergament und gibt Einblicke in die Möglichkeiten der Reparatur und Restaurierung beschädigter alter Einbände. Außerdem zeigt sie verschiedene Schutzumschläge sowie Buchkassetten, Schatullen und Schuber, die ein Buch stilvoll schützen.
→ Freitag bis Sonntag, 25. bis 27. Januar,
Stand 28


Kultur.JUGEND

Wir kümmern uns um den Nachwuchs

Junge Leute und altes Buch. Das passt doch gar nicht zusammen! Wir sehen das anders und bieten Studentinnen und Studenten der Stuttgarter Hochschule der Medien eine Führung ausschließlich für sie. Einige Kollegen stellen ihnen besondere Bücher aus ihrer Messeauswahl vor. Weitere Schüler- oder Studentengruppen sind nach Absprache herzlich willkommen.
→ Treffpunkt Samstag, 26. Januar, 16 Uhr,
Informationsstand des Verbands Deutscher Antiquare e.V



Kultur.LIVE

Führungen über die Antiquariatsmesse

Führungen über die Messe für interessierte Besucher. Die Aussteller zeigen ihre bemerkenswertesten Exponate und schönsten Stücke, bei denen mancher Büchersammler sagen wird: DAS muss ich haben!
→ Treffpunkt Samstag, 26. und Sonntag, 27. Januar, jeweils 14 Uhr,
Informationsstand des Verbands Deutscher Antiquare e.V.

 







 

Verband Deutscher Antiquare e.V.

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