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Antiquariat J. Voerster (Stand 62 )
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Autographen · Musik · Theater · Deutsche Literatur · Erstausgaben

 


Storm, Theodor. Waldwinkel. Pole Poppenspäler. Novellen. Braunschweig, Westermann 1875. Klein-Oktav. 2 Bl., 222 S., 1 w. Bl. Wenige Blätter etwas stockfleckig. Goldschnitt. Dekorativer, grüner Original-Leinenband mit reicher Gold- und Blindprägung.
Erste Buchausgabe mit vierzeiliger handschriftlicher Widmung Th. Storms auf dem fliegenden Vorsatz. – Borst 3280; Teitge 1269; Wilpert/Gühring 26.

Preis: 1850,- EUR

 

Hölderlin, Friedrich. Hyperion oder der Eremit in Griechenland. 2 Bände in 1. Tübingen, J. G. Cotta 1797–99. 160 S.; 124 S. Vereinzelt geringfügig stockfleckig. Alter Name auf Titel und dem Vorsatz. Vorsatzblätter unauffällig erneuert. Grünes Lesebändchen. Gutes Exemplar. Halblederband der Zeit mit Rückenvergoldung. Ecken geringfügig bestoßen.
Seltene Erstausgabe von Hölderlins Erstlingswerk. – Bruchstücke aus dem Roman erschienen 1794 erstmals in Schillers Zeitschrift „Neue Thalia“. – „Die Dichte, in der sich poetische Sprache und geschichtsphilosophische Argumentation, Zeitkritik und religiöse Metaphorik verbinden, macht die Einzigartigkeit dieses Textes in der deutschen Literatur aus“ (KNLL 7, 930). – Stuttgarter Hölderlin-Ausgabe 8, 349.

Preis: 20000,- EUR

 

Brahms, Johannes. Ein deutsches Requiem nach Worten der heiligen Schrift für Soli, Chor und Orchester. Op. 45. Partitur. Leipzig, C. F. Peters (Verlags-Nr. 10260) [ca. 1940]. Folio. 3 Bl., 191 S., 1 Bl. Zahlreiche Eintragungen und Anmerkungen mit farbigem Bleistift. Halbleinenband.
Arbeitsexemplar von Dr. Karl Böhm mit dessen eigenhändigem Namenszug auf dem Vorsatz und dem Titelblatt. Handschriftliche Datierung aus dem Jahr 1943, in dem Böhm erstmals zum Direktor der Wiener Staatsoper ernannt wurde. Interessantes Exemplar, das Einblicke in die Arbeitswelt des berühmten Dirigenten gibt.

Preis: 3000,- EUR

 

Ziegenhagen, Franz Heinrich. Lehre vom richtigen Verhältnisse zu den Schöpfungswerken, und die durch öffentliche Einführung derselben allein zu bewürkende algemeine Menschenbeglükkung […] Mit 8 Kupfert. von D. Chodowiecki, und einer Musik von W. A. Mozart. Hamburg, Selbstverlag 1792. Gestochenes Frontispiz, Titel, 4 Bl. (Vorrede, Verbesserungen und Druckfehler [sic], Inhalt; es fehlt im Anschluss an die Vorrede ein recto bedrucktes Bl. „Der Leser …“), 633 S. (recte 631; S. 95 doppelt paginiert, mit springender Pag. S. 151 auf S. 154 und S. 171 auf S. 174), 1 großes Faltkupfer und 6 Kupfertafeln von Daniel Chodowiecki sowie 1 gefaltete Notenbeilage (8 Seiten auf 4 Falttafeln) von W. A. Mozart. Halbpergamentband. Deckelbezüge und Vorsätze später erneuert. Geringe Alters- und Gebrauchsspuren.
Seltene Erstausgabe dieser Gesellschaftsutopie mit dem Erstdruck der Mozart-Kantate „Die ihr des unermeßlichen Weltalls Schöpfer ehrt“ als gefaltete Musikbeilage in Typendruck. „Um für die Aufklärungsbewegung aktiv zu werden, gab Franz Heinrich Ziegenhagen (1753–1806) eine gesicherte Existenz als Kaufmann auf, gründete ein ländliches Philanthropinum vor den Toren Hamburgs und verfasste parallel dazu ein utopisches Erziehungsprogramm, seine ‚Verhältnislehre‘. Im Glauben an das Gute im Menschen investierte er sein gesamtes Vermögen in diese Projekte, wurde aber immer wieder enttäuscht“ (Verlagstext zu Barbara Richter, Ziegenhagen). Als bleibender Erfolg Ziegenhagens ist die Gewinnung Mozarts für die Vertonung seines von ihm selbst gedichteten Liedes zu werten, welches in enger Verbindung zu freimaurerischen Ideen steht. – Das Werk ist neben seiner philosophischen Utopie auch bedeutend in Hinsicht auf die hervorragenden Illustrationen Daniel Chodowieckis. – Haberkamp S. 352; Lanckoronska/Oehler II, 119–120 und 214; RISM M 4161; Rümann 1299.

Preis: 3500,- EUR

 

Bülow, Hans von (1830–1894). Eigenhändiger Brief mit Ort, Datum und Unterschrift. München, 20. VI. 1865. Groß-Oktav. 3 Seiten. Kleine Randläsuren, sauber restauriert. Mit beiliegendem Briefumschlag. Briefmarke ausgeschnitten.
Schöner, ausführlicher Brief an August Röckel, Dirigent, Komponist, Politiker und Weggefährte von Richard Wagner, über die ersten Aufführungen von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ in München. – „… Gestern hatten wir die dritte Tristanvorstellung – … – übervolles Haus – enormer Beifall. Schnorrs nach jedem Akte zweimal gerufen, nach dem letzten vier Mal, weil Wagner endlich nachgeben mußte und zweimal in der Mitte des Titels seines Werkes erschien. Der Eindruck war ein weit harmonischerer als am 10. Juni … Parzival [König Ludwig II.] gestern Abend abwesend – aus Familienrücksichten …, W[agner] ist ziemlich wohlauf, obgleich er vielfach klagt. Er meditirt für diese Woche mit Schnorrs einen Ausflug nach Tegernsee … ich … fliehe … auf ein paar Tage nach Baden-Baden mit Rubinstein, der gestern Abend mit großer Ergriffenheit zugehört hat …“

Preis: 5800,- EUR

 

(Eisel, Johann Philipp). Musicus autodidactos, Oder der sich selbst informirende Musicus, bestehend Sowohl in Vocal-als üblicher Instrumental-Musique, Welcher über 24. Sorten, sowohl mit Saiten bezogener als blasender und schlagender Instrumente beschreibet … Erfurt, J. M. Funcken 1738. Klein-Quart. 3 Bl., 108 S., 1 Bl. Titel in rot-schwarz gedruckt. Zahlreiche Notenbeispiele im Text. 17 Tafeln, 1 Abbildung (Flötenspieler) im Text. Wenige Blätter stellenweise etwas gebräunt, sonst gutes Exemplar. Lederband im Stil der Zeit. Blindprägungen auf den Deckeln.
Höchst seltene erste Ausgabe dieses für die Instrumentenkunde des 18. Jahrhunderts heute noch wichtigen Quellenwerkes. Das anonym erschienene Lehrbuch wurde gelegentlich Mattheson zugeschrieben (vgl. Reinfurth, Lotter, Nr. 222). Wertvolle Beschreibung der Musikinstrumente und Hinweis, wie diese zu spielen sind. Für die Forschung zur Instrumentalmusik der Zeit sind besonders hervorzuheben: Violine, Viole d’amour, Viola, Viola da Gamba, Viola di Spala, Laute, Spitz-Harfe, Hackbrett, Pauke, Posaune, Waldhorn, Klarinette, Flaute traversiere, etc. – RISM B VI, S. 290; Wolffheim I, 609; Holzmann/Bohatta V, 6713. – Siehe Abbildung.

Preis: 5800,- EUR

 

Mann, Thomas (1875–1955). Eigenhändiger Brief mit Ort, Datum und Unterschrift. Bad Tölz, 24. XI. 1913. 2 Seiten. Gedruckter Briefkopf.
Schöner, unveröffentlichter Brief an den Musikkritiker und -schriftsteller Oskar Bie (1864–1938), in dem er sich auch zu Richard Wagner äußert. „Gestern las ich bis tief in die Nacht hinein die Kapitel über Wagner in Ihrem Opernbuch – mit Entzücken; ich hatte große Lust, Ihnen die Hand zu drücken und Ihnen zu danken. So artistisch und zugleich so gefühlvoll hat vor Nietzsche nur [E. T. A.] Hoffmann über Musik geschrieben und nach Nietzsche nur Sie.“ – Wagner und seine Musik übte auf Thomas Mann eine große Faszination aus und schon in jungen Jahren setzte er sich kritisch mit ihm auseinander. – Nicht abgedruckt in der Briefausgabe I (1889–1913) sowie in Regesten und Register. Der umfangreiche Briefwechsel zwischen Th. Mann und Bie ist teils verschollen.

Preis: 8900,- EUR

 

Mattheson, Johann. Das Neu=Eröffnete Orchestre, Oder Universelle und gründliche Anleitung / Wie ein Galant Homme einen vollkommenen Begriff von der Hoheit und Würde der edlen MUSIC erlangen … möge. Mit beygefügten Anmerckungen Herrn Capell=Meister [R.] Keisers. Hamburg, Benjamin Schillers Wittwe 1713. Duodez. Gestochenes Frontispiz, 2 Bl., 7 gestochene und gefaltete Notentafeln mit 25 Notenbeispielen, 338 S., mit Notenbeispielen im Text, 6 Bl. (Reg.), 1 (w.) Bl. Drei Blätter mit kleinen Randläsuren, teils hinterlegt. Frontispiz im Falz verstärkt. – (Angebunden:) Das Beschützte Orchestre oder desselben Zweyte Eröffnung / Worinn … manchem Musico selbst die … Vorstellung musicalischer Wissenschafften / wie sich dieselbe vom Schulstaub tüchtig gesäubert … ertheilet … so dann endlich das lange verbannet gewesene Ut Mi Sol Re Fa La Todte (nicht tota) Musica … beehret wird. Hamburg, im Schillerischen Buchladen 1717. Gestochenes und gefaltetes Frontispiz, 11 Bl., 561 S., 1 S. (Errata). – (Angebunden:) Das Forschende Orchestre oder desselben Dritte Eröffnung. Darinn Sensvs vindiciae et quartae blanditiae, D. i. Der beschirmte Sinnen=Rang und der Schmeichelnde Quarten=Klang … in ihr rechtes Licht gestellt werden. Hamburg, Benjamin Schillers Wittwe und Joh. Christoph Kißner im Dom 1721. Gestochenes Frontispiz, 23 Bl., 789 S. teils mit Notenbeispielen, 37 Bl. Register. Exlibris im Vorsatz. Gutes Exemplar. 3 Werke in 1 Band. Pergamentband der Zeit.
Äußerst seltener Sammelband mit allen drei „Orchester-Schriften“, die zu einer unentbehrlichen Quelle für die Musikwissenschaft geworden sind. Entstanden in einer Zeit, in der ein Bruch mit der „alten“ Musiklehre und ein Neuanfang der Musiktheorie stattfand. – Gerühmt werden u. a. Telemann und der befreundete Händel. Im „Beschützenden Orchestre“ wird J. S. Bach erstmals namentlich in einem gedruckten Buch erwähnt (II, S. 222 Anm.). – [1]. Im Jahr 1713 existieren zwei textgleiche Ausgaben des „Neu -Eröffneten Orchestre“, davon eine „auf Kosten des Autoris“ und wie im vorliegendem Exemplar „Bey Benjamin Schillers Wittwe“. Ausgabe mit dem häufig fehlenden Porträt „Aurora von Königsmarck“, ohne die gedruckte Widmung. – [3]. Wolffheim verzeichnet sieben (zusätzliche) Notentafeln, die sonst nicht nachzuweisen sind. – Canon Nr. 27, 47, 73; Wolffheim I, 823; RISM B IV, S.562, 558, 559.

Preis: 9500,- EUR

 

 

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