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Antiquariat J. Voerster (Stand 70 )
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Autographen · Musik · Theater · Deutsche Literatur · Erstausgaben

 


Hauff, Wilhelm. Lichtenstein. Romantische Sage aus der würtembergischen [sic] Geschichte. 3 Bände. Stuttgart, F. Franckh 1826. 246 S., 2 Bl.; 252 S.; 256 S., 3 Bl. Papierbedingt etwas gebräunt. Jeder Band mit grünem Lesebändchen. Leinenbände der Zeit mit Rückenvergoldung.
Seltene Erstausgabe. Wilhelm Hauffs (1802–1827) Werk, stark an W. Scott orientiert, gilt als der erste bedeutende historische Roman in Deutschland. Er wurde zum Vorläufer der deutschen Heimat- und Geschichts­romane von Kurz, Alexis, Scheffel, Freytag und C. F. Meyer. In einer Verlagsanzeige kündigte Hauffs Verleger Franckh den Autor des „Lichtenstein“ als den „deutschen Walter Scott“ an. Das Werk wurde vom Publikum begeistert aufgenommen und später mehrfach vertont. Zahlreiche Motive seiner Werke verbinden Hauff mit den Romantikern wie E. T. A. Hoffmann, Arnim, Jean Paul und Fouqué. – Mit sämtlichen Vortiteln. Bd. 3, wenige Bl. mit kleinem Wasserrand. – Goedeke IX, 198, 6; Slg. Deneke 1090.

Preis: 1200,- EUR

 

(Wagner, Heinrich Leopold). Die Reue nach der That ein Schauspiel. Frankfurt, Eichenbergische Erben 1775. Gestochene Titelvignette von Crusius. 1 Bl., 140 S. 2 Bl. mit handschriftlichen Eintragungen. Vereinzelt leicht braunfleckig. Halblederband im Stil der Zeit.
Außerordentlich seltene erste Ausgabe des neben Klinger und Lenz wohl wichtigsten Autors aus dem Kreis des „Sturm und Drang“. – Exemplar im ersten Zustand ohne die Seitenziffer 33 oberhalb der Titelvignette. Mit dem vollständigen Schluss auf den Seiten 139–140 sowie mit dem abgeänderten Schlusstext auf einem zusätzlichen Blatt. Dem Schauspiel liegt ein wirklicher Vorfall zugrunde, der sich in Wien ereignet hatte, weshalb die Aufführung des Stückes dort verboten wurde. – Goedecke IV, 1, 769, 18 a; Schulte-Strathaus 173, 8; Hayn-Gotendorf VIII, 493 ff.; Rümann 1213. – Siehe Abbildung.

Preis: 1400,- EUR

 

Löhlein, Georg Simon. Anweisung zum Violinspielen mit pracktischen Beyspielen und zur Uebung mit vier und zwanzig kleinen Duetten erläutert. Leipzig und Züllichau, Waysenhaus- und Frommannische Buchhandlung 1774. Quer-Quart. 6 Bl., 136 S. mit Titelkupfer. 2 Bl. mit altem handschriftlichem Besitzeintrag. Gebräunt. Teils mit kleinen Wurmgängen. Lederband der Zeit. Kleine Wurmspuren.
Seltene erste Ausgabe der Violinschule, die neben der von Leopold Mozart zu den wichtigsten im 18. Jahrhundert zählt. Im Anhang kann der Leser eine Kostprobe von Löhleins durchaus achtenswerten kompositorischen Fähigkeiten kennenlernen; er vertonte u. a. als erster ein Goethe-Gedicht. Löhlein gilt als einer der vielseitigsten Musikerpersönlichkeiten seiner Zeit. – Das reizende Kupfer zeigt drei musizierende Putten in der Natur. Aufschlussreich auch die „Zugabe: Von dem mechanischen Baue und Kenntniß des Instruments insbesondere, und wie man es in Acht nehmen soll“. – RISM B VI, 1, 512.

Preis: 1800,- EUR

 

Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (1770–1831). Eigenhändiger Brief mit zweimaliger Unterschrift. „Hegel“ und „H.“. (Heidelberg), 3. Febr. 1818. Quer-8°. 1 Seite. Minimal gebräunt und fleckig. Unterrand abgetrennt.
An Christian Friedrich Winter, Teilhaber der Buchhandlung Mohr und Winter in Heidelberg, den er um die Lieferung mehrerer Bücher bittet, u. a. „Fichte. Ueber das Bewußtsein“. – „Von der: Beurtheilung der Verh[andlungen] der wirtemb[ergischen] Landst[ände] bitte ich mir noch drey Exemplare aus, und bemerke auf Ihr gefälliges gestriges, daß ich von Fichte nur Eine Schrift, die Thatsachen des Bewußtseyns, bestellt haben wollte – / Hochachtungsvoll / Hegel 3/2 18. – Hr Prof. Döderlein“ [der Philologe Ludwig D., damals Gymnasialprofessor in Bern; Stiefsohn von Hegels Freund I. Niethammer] „will die Schrift von Benedictus de Thucydide nicht um sie wieder nach gefertigter Recension zurükzuschicken, sondern um sie zu behalten, und macht nur auf den für solchen Fall ausgesetzten Rabatt Anspruch – Da diese Schrift in Verbindung zu andern von ihm übernommenen steht, so würde er durch Entbehrung derselben sehr aufgehalten; ich ersuche Sie also; sie ihm baldest zu verschaffen./ H.“ Veröffentlicht in den „Hegel-Studien“, Bd. 42 (2007). – Hegel verließ 1818 Heidelberg und trat im Oktober die Nachfolge von Fichte in Berlin an.

Preis: 3800,- EUR

 

Camus, Albert. La peste. Paris, Gallimard 1947. 337 S. Original-Pappband mit Deckelillustration in Schwarz und Gold. Gutes Exemplar.
Erste Ausgabe. Num. Exemplar. Sauberer Druck auf chamoisfarb. Papier, Titel in Rot und Schwarz; gedruckt bei E. Grevin & Fils in Lagny-sur-Marne. Einer der großen literarischen Texte des 20. Jahrhunderts und zugleich das erfolgreichste Prosawerk von Albert Camus (1913–1960). Der berühmte Roman entstand während des 2. Weltkrieges zwischen 1939 und 1943 und wurde im Juni 1947 in der hier vorliegenden Form zum ersten Mal publiziert. Es war „die entschiedene Behauptung der wertsetzenden moralischen Kraft des einzelnen, die weltweite Resonanz fand und die überzeugte, nicht zuletzt weil Camus selbst sie gelebt hatte“ (KNLL 3, 572).

Preis: 4200,- EUR

 

Bach, Johann Sebastian. Komische Cantaten No. 1 Schlendrian mit seiner Tochter Ließgen (Coffée-Cantate:) Herausgegeben von S. W. Dehn. [Partitur]. [BWV 211]. Berlin, G. Crantz / Wien, T. Haslinger / Leipzig, Fr. Hofmeister (PlattenNr. 29) [1837]. Folio. 31 S. Titelblatt mit Namenszug, Blindstempel sowie Rand-und Falzverstärkungen. Teils etwas gebräunt. Moderner Halblederband.
Sehr seltene Erstausgabe. Die „Kaffee-Kantate“, um 1734/35 entstanden, ist eine Parodie auf die damalige Modeerscheinung des Kaffeetrinkens in der Leipziger Damenwelt. Bereits 1694 wurde in Leipzig das erste Kaffeehaus eröffnet und um 1730 waren die Kaffeehäuser beliebte musikalische Treffpunkte. Bach komponierte die Kantate für eine Aufführung des von ihm veranstalteten Collegium Musicum, das im Zimmermannischen Coffee-Haus in der Leipziger Katharinenstraße wöchentlich Konzerte gab. – Die Kantate „Schweigt stille, plaudert nicht“ gehört zu den bekanntesten und meistaufgeführten weltlichen Kantaten Bachs. – Schmieder² S. 349; Bach Ausstellungskat. Stuttgart Nr. 95a; nicht Slg. Hoboken.

Preis: 4800,- EUR

 

Schönberg, Arnold. Dreimal sieben Gedichte aus Albert Girauds Pierrot Lunaire. (Deutsch von Otto Erich Hartleben). Für eine Sprechstimme, Klavier, Flöte (auch Piccolo), Klarinette (auch Baß-Klarinette), Geige (auch Bratsche) und Violoncell. (Melodramen). Op. 21. Partitur. Wien/Leipzig, UE (VerlagsNr. U. E. 5334.5336) 1914. Folio. 2 Bl., 78 S. Bindung restauriert. Schöner kräftiger Abzug, gedruckt auf Büttenpapier. Unbeschnitten. Halblederband der Zeit. Deckel nachträglich bezogen. Rücken beschädigt. Original goldbedruckter Büttenkarton eingebunden.
Widmungsexemplar an „Hilde“, der Schönberg offenbar selbst das Exemplar gebunden hatte! – „Liebe Hilda, das wird halten! Ja wenn ich alles so dauerhaft binden könnte! Dein Arnold Schönberg 29. VI. 1924“. – Eines von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe der großen Partitur. Selten. Die UA fand im Oktober 1912 in Berlin statt. Das Stück „Pierrot lunaire“ besteht aus 21 ausgewählten Gedichten für Sprechgesang und Kammerensemble. Schönberg schrieb dazu in sein Tagebuch: „Das gibt viele Anregungen. Und ich gehe unbedingt, das spüre ich, einem neuen Ausdruck entgegen. Die Klänge werden hier ein geradezu tierisch unmittelbarer Ausdruck sinnlicher und seelischer Bewegungen.“ – Rufer S. 186.

Preis: 8000,- EUR

 

Mahler, Gustav (1860–1911). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. [Wien, Oktober 1908]. Quer-Quart. 1 Seite. Linker Rand perforiert.
An die Konzertagentur Emil Gutmann wegen der Proben für die Erstaufführung seiner 7. Sinfonie in München. „Ich komme also Montag Nachmittag mit dem Orient-Express in München an und bitte mich freundlichst mit einem sehr verläßlichen Copisten auf der Bahn zu erwarten. Derselbe müßte mir bis zum nächsten Tage einige Stimmen collationiren und in Ordnung bringen. Als 1. Probe (für Dienstag, wie Sie depeschieren) erbitte ich Bläser und Schlagwerke allein – für die 2. Probe (eventuell noch am selben Tage, aber diesenfalls mit einer Pause von vielen Stunden) Streicher allein, dazu die Guitarre, Mandoline und Harfen …“ Die Münchner Erstaufführung unter Mahlers Leitung fand am 27. Oktober 1908 im Odeon-Saal mit dem Tonkünstler-Orchester statt.

Preis: 8500,- EUR

 

Quantz, Johann Joachim. Sei Sonate a Flauto Traversiere Solo, e Cembalo, dedicate alla Maestà d’Augusto III. Re di Pollonia Elettore di Sassonia. Opera Prima. [QV 1 : 152, 153, 16, 48, 77, 101]. Dresden, [1734]. Quer-Folio. 2 Bl., 24 S. Fliegende Vorsätze etwas knittrig. Schöner kräftiger Abzug. Pappband der Zeit. Ecken und Kanten etwas bestoßen.
Rarissimum. Äußerst seltene Erstausgabe der „Dresdner Flötensonaten“, wovon nur 6 Exemplare in Bibliotheken nachzuweisen sind. Die von Quantz autorisierte Ausgabe ist König August III. gewidmet. Von den bisher erschienenen Drucken distanzierte sich Quantz, da sie alle mit Fälschungen „angereichert“ seien (siehe „Avertissement“, Bl. 2). Das erklärt auch den Zusatz „Opera Prima“ auf dem Titelblatt. Die Ausgabe wurde beim Hofkupferstecher Moritz Bodenehr in Dresden gedruckt, allerdings ohne Nennung des Verlegers. Der Verkauf verlief sehr schleppend, was den Autor in finanzielle Schwierigkeiten brachte. Ein „douceur“ des Königs wegen der Widmung bewahrte ihn vor größeren Schäden (vgl. Augsbach S. 89). – 1728 wurde Quantz als Flötist an die Dresdner Hofkapelle berufen und lernte in der Zeit auch den preußischen Kronprinz Friedrich kennen. Der holte ihn 1740 als Hofkomponist und seinen privaten Flötenlehrer nach Potsdam. Quantz durchlief eine der eindrucksvollsten Musikerkarrieren des 18. Jahrhunderts (vgl. MGG). – Exemplar aus der Sammlung André Meyer. – Kein Exemplar auf deutschen Auktionen bis 2017. – RISM Q 19.

Preis: 9500,- EUR

 

 

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