Messekatalog

Antiquariat J. Voerster (Stand 70 )
Relenbergstraße 20 · 70174 Stuttgart
Telefon +49 (0)711 29 71 86 · Fax +49 (0)711 22 94 267
Mobil +49 (0)172 71 77 662
E-Mail: mail@antiquariat-voerster.de · Internet: www.antiquariat-voerster.de

Autographen · Musik · Theater · Deutsche Literatur · Erstausgaben

 


Mozart, Leopold. Der Morgen und der Abend, den Innwohnern der Hochfürstl. Residenz=Stadt Salzburg melodisch und harmonisch angekündigt. Oder: Zwölf Musikstücke für das Clavier, deren eines täglich in der Vestung Hohensalzburg auf dem sogenannten Hornwerke Morgens und Abends gespielet wird; auf Verlangen vieler Liebhaber, sammt einer kurzen Geschichte von dem Ursprunge der Vestung Hohensalzburg, herausgegeben von Leopold Mozart, Hochfürstl. Salzburgischen Cammermusikus. Augsburg, Lotter 1759. Quer-Quart. 1 w. Bl., 12 Bl., 1 w. Bl. Orangefarbener Goldbrokatband der Zeit mit marmorierten Vorsätzen. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. Einband minimal berieben; Ecken unbedeutend bestoßen. Sauberes, sehr ansprechend gebundenes Exemplar.
Von größter Seltenheit. – Sehr schönes Exemplar des zweiten und letzten Werkes Leopold Mozarts (1719–1787), das zu seinen Lebzeiten erschien. „… 12 keyboard pieces, one for each month, as well as four pages of variations on the March piece“ (Albi Rosenthal). Die Stücke 1, 4, 8, 11 und 12 (Jänner, April, August, November und Dezember) sind von Johann Ernst Eberlin (1702–1762); 2, 5–7, 9 und 10 sind von L. Mozart, mit sechs Variationen: „Veränderungen, die über das Stück für den Merz eingerücket sind; diese Veränderungen sind aber nicht auf dem Hornwerke, sondern erst itzt von demselben, bey dieser Herausgabe dazu verfertiget worden“. In seinem geschichtlichen Vorwort weist Leopold Mozart hin auf das „so genannte Geschrey“, welches das Walzwerk vor jedem Spiel von sich gibt, nämlich ein quietschender F-Dur-Dreiklang. Bei den Kompositionen von Mozart und Eberlin handelt es sich um kurze, diatonische Stücke von 16 bis 26 Takten Länge, häufig mit beschreibenden Titeln: „Die Fastnacht“, „Die Jagd“, „Das Wiegenlied“ usw. – RISM M 4032, MM 4032 und SD p. 241 (6 copies, none in any GB library); Rheinfurth Nr. 210.

Preis: 13000,- EUR

 

Schwind, Moritz von (1804–1871). Eigenhändiger Brief mit Ort, Datum und Unterschrift. München, 16. Febr[uar] 1865. Groß-Oktav. 4 Seiten.
Interessanter und umfangreicher Brief an einen Freund wegen der Entwürfe zu Mozarts „Zauberflöte““ für das neue Wiener Opernhaus. „Ihre Wünsche bezüglich der Zauberflöte würde ich sehr gern erfüllen, es hat aber einen Hacken. Die fertigen ersten Entwürfe sind alle collorirt, kommen also, aus den Händen der gesegneten Photographie, so verkehrt als möglich zu Tag. Was soll da ein Holzschneider daraus machen? als wieder schwarze Batzen? …“ – Moritz v. Schwind schuf von 1864–68 an der neuen Wiener Hofoper Fresken, Deckenbilder und Wandgemälde u. a. mit Szenen aus Mozarts „Zauberflöte“.

Preis: 1800,- EUR

 

Mörike, E. Gedichte. Stuttgart und Tübingen, J. G. Cotta 1838. IX, 236 S. Ohne die beiden, meist fehlenden Bll. Verlagsanzeigen. Durchgängig gering, anfangs etwas stockfleckig. Vorsatz mit Namenszug und kl. Bibl.-Schild. Pappband der Zeit mit hellem Rückenschild. Etwas berieben. Rücken behutsam nachgefärbt und restauriert. Ecken minimal bestoßen.
Sehr seltene Erstausgabe mit der gedruckten Widmung an den Dichterfreund Wilhelm Hartlaub, die in den späteren Auflagen entfällt. – Für die Herausgabe dieser ersten Lyriksammlung, die vorwiegend Gedichte aus Mörikes Studien- und Vikariatszeit enthält, hatte sich sein Freund Hermann Hardegg bei Cotta eingesetzt. Die Zusammenstellung der Gedichte besorgte Hermann Kurz. Der Erfolg dieser ersten Gedichtsammlung Eduard Mörikes blieb aus. Von den 1000 gedruckten Exemplaren wurden geschätzte 400–600 noch vor Erscheinen der zweiten Auflage (Nov. 1847) eingestampft. – Kauffmann 84; Borst 1877; Marbacher Katalog E. Mörike 1975, 247.

Preis: 2200,- EUR

 

Hebel, J. P. Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes. Tübingen, J. G. Cotta 1811. VIII, 296 S. Vereinzelt etwas stockfleckig. Die letzten Bl. mit kleiner Wurmspur an der oberen äußeren Ecke. Pappband der Zeit. Leichte Gebrauchsspuren.
Erstausgabe der Sammlung von 128 Erzählungen aus dem von Hebel 1803–11 herausgegebenen Badischen Landeskalender „Der Rheinländische Hausfreund“. Aufgrund des großen Erfolgs veranlasste Cotta, nahezu alle Beiträge daraus in Buchform unter dem Titel „Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes“ zu veröffentlichen. Die 128 anspruchslosen Geschichten und Betrachtungen sind dank ihrer formalen Vollendung in die Weltliteratur eingegangen. Einflüsse sind in den Erzählungen u. a. von F. Kafka und B. Brecht zu finden. Tolstoi soll die Sammlung oft zur stillen Lektüre bei sich getragen haben (vgl. Harenberg). – Ohne Vorsätze. – Goedeke VII, 541, 11B; Marbach Ausst. Kat. 1980.

Preis: 3800,- EUR

 

Wieland, Christoph Martin (1733–1813). Eigenhändiger Brief mit Ort, Datum und Unterschrift. Weimar, 3. März 1806. Oktav. 2/3 Seite. Mit Siegel und Adresse. Ganz leicht gebräunt.
An Johann Ernst Wagner, Dichter aus Meiningen, den Wieland in Weimar kennengelernt hatte. „So leben Sie denn wohl, … und nehmen meine wärmsten gute Wünsche und die Versicherung mit Sich, daß Ihre, wiewohl so kurze, persönliche Bekanntschaft einen herzerfreuenden Sinnblick in die Abendämerung meines Lebens geworfen hat. Bleiben Sie mein Freund … und erlauben mir, daß ich den 1ten Theil Ihrer reisenden Mahler [Künstlerroman, erschien 1806 bei Göschen in Leipzig] zu Ihrem Gedächtniß u als Unterpfand Ihrer … zurückbehalte …“ – Wagner (1769–1812) reiste Anfang 1806 wegen eines schweren Nervenleidens nach Weimar und suchte dort den Arzt Christian Stark (Schillers Hausarzt) auf. Während seines Aufenthaltes in der Stadt hatte er u. a. eine herzliche Begegnung mit Wieland. – Gedruckt in Wieland, Briefwechsel Bd. 17, Nr. 35 („Verbleib unbekannt“).

Preis: 4500,- EUR

 

Rinuccini, O. La Dafne … Rappresentata alla Sereniss. Gran Duchessa di Toscana Dal Signor Iacopo Corsi. [Textbuch]. Firenze, Giorgio Marescotti 1600. Quart. 24 (S.). Gelegentlich etwas stockfleckig. Große Druckermarke auf der letzten Seite. Halbpergamentband mit zeitgenössischen Materialien.
Rarissimum! – Die erste Oper der Musikgeschichte und zugleich das erste gedruckte Opernlibretto. Die Musik von Jules Caccini und Jacopoto Peri zur ersten Aufführung anläßlich einer Karnevals-Soiree im Palazzo Corsi in Florenz 1598 ist verschollen. Ottavio Rinuccini, der außer dem Textbuch der „Dafne“ auch das der „Euridice“ verfasste, war kein Gelegenheitslibrettist, sondern Berufspoet, der auch Versdramen und Sonette schrieb (vgl. Honolka, Geschichte des Librettos, S. 22). Unser Libretto entstand wahrscheinlich anlässlich einer späteren Aufführung bei Corsis im August 1600. (Ausführlich zur Entstehungs- und Aufführungsgeschichte bei Sonneck, Bd. I, S. 339–345). Bereits 1608 kam Rinuccinis „Dafne“ mit der Musik von Marco da Gagliano (1582–1643) zur Aufführung. Die Partitur ist bis heute erhalten und das Stück wurde im 20. Jh. einige Male auf europäischen Bühnen gegeben. – Auf (S.) 20 ist das Wort „DEL“ überklebt und durch „AL“ ersetzt. – Sartori 7015; Sonneck 339; Wotquenne 47; Wolffheim II, 1083; Fuld S. 61.

Preis: 7000,- EUR

 

Stuttgart – [Keller, C. U.]. Stuttgart mit seiner nahen Gegend. Nach der Natur als Panorama im Umrisse, und in zwölf radirten einzelnen Blättern dargestellt. Stuttgart, Loeflund 1804. Quer-Quart. 8 S. 1 Panorama (2 gefaltete Bl.) vom Kahlenstein, 4 Gesamtansichten von Stuttgart, Berg, 3 Ansichten von Canstatt, Münster, Gaisburg, Gablenberg, Heslach. Kaum fleckig, breitrandig. Karton der Zeit in späterer Halbleder-Kassette mit goldgeprägtem Deckelschild.
Sehr seltenes und wohlerhaltenes Album mit 14 Radierungen von Carl Urban Keller (1772–1844), praktizierender Jurist, Maler und Zeichner in Stuttgart. Frühwerk des späteren Mitbegründers des Württembergischen Kunstvereins, der ab 1798 auf seinen Ausflügen in seiner schwäbischen Heimat zahlreiche Ansichten von hohem dokumentarischem Wert anfertigte. „Diese kleine Sammlung mahlerischer Ansichten von Stuttgart und seinen Umgebungen verdient um so mehr eine freundliche Aufnahme, da es bisher gänzlich an einem ähnlichen Institute fehlte. Zwar sind seit einigen Jahren ein paar größre Ansichten von Stuttgart herausgekommen, aber noch niemals war diese Stadt so von allen Seiten dargestellt …“ (Rezension in der Jen. ALZ 1804, Sp. 416). – Der Verlagsname und Preis wurden von alter Hand auf dem Titelblatt ergänzt. – Siehe Abbildung.

Preis: 7000,- EUR

 

Händel, G. F. Tamerlane An Opera Compos’d by Mr. Handel And Corrected Figur’d by his own Hand. Engrav’d in Copper Plates … [HWV 18] [Partitur]. London, Printed and sold by J. Cluer [1724]. Quart. 1 LS, 1 S. Privilegserklärung, 1 LS, Frontispiz, Titel, 1 S. Index, 89 Seiten. Notiz von alter Hand auf dem Vorsatz. Kleines Datum (Abschluss der Komposition) von alter Hand im weißen Rand des Titels. Lederband der Zeit. Titelschildchen in Gold auf rotem Maroquin. Gelenke gelockert. Gebrauchsspuren, Lederverlust an den Ecken.
Erstausgabe der Partitur einer der frühen Händel-Opern mit dem prächtigen Frontispiz in Kupferstich. Händel, der die Position des Musiklehrers der Prinzessinnen innehatte, erwies dem Hof die Gefälligkeit, vom gegen Ludwig XIV. von Frankreich gerichteten Theaterstück „Tamerlane“ eine Opernversion anzufertigen. Das Stück, das die Opernsaison im King’s Theatre Haymarket am 31. 10. 1724 eröffnete, wurde alleine im Oktober und November neunmal aufgeführt und war somit ein großer Erfolg. Heute zählt die Oper zu den bedeutendsten Händels. – Exemplar aus dem Besitz des blinden Harfenisten John Parry mit dessen handschriftlichem Ex-Libris. – Slg. Hoboken 43; Smith, 72/1; RISM H 350.

Preis: 8000,- EUR

 

 

  Galerie Valentien Kunsthandlung Goyert Antiquariat Reinhold Berg e.?K. Antiquariat Nikolaus Struck Antiquariat Aix-la-Chapelle H. W. Fichter Kunsthandel Hans-Martin Schmitz Hans Lindner Antiquariat Seidel & Richter Antiquariat J.?J. Heckenhauer e.?K. Antiquariat Löcker Antiquariat Burgverlag Antiquariat Winfried Geisenheyner Antiquariat Franz Siegle GmbH Bibermühle – Heribert Tenschert Antiquariat Schmidt & Günther Musikantiquariat Dr. Michael Raab Antiquariat Turszynski Antiquariat Knöll Antiquariat Günter Linke C.G. Boerner GmbH Antiquariat Hanno Schreyer Antiquariat Büchel-Baur Antiquariat Klittich-Pfankuch GmbH & Co. Reiss & Sohn Antiquariat Norbert Haas Antiquariat H. Carlsen Matthäus Truppe Antiquariat am Moritzberg Emanuel von Baeyer Ltd. Tusculum Rare Books Ltd. Giuseppe Solmi Studio Bibliografico L’Arengario Studio Bibliografico Mayfair Rare Books & Manuscripts Ltd Eberhard Köstler Autographen & Bücher oHG Antiquariat Meinhard Knigge Fons Blavus Antiquariat Antiquariat Dieter Zipprich Müller & Gräff Antiquariat Sabine Keune Antiquariat Thomas Hatry Antiquariat Peter Fritzen Antiquariat Banzhaf Antiquariat Eckert & Kaun Antiquariat Haufe & Lutz Antiquariat Peter Kiefer Engel & Co. GmbH Antiquariat Galerie Joy Antiquariaat Die Schmiede Tresor am Römer Daniela Kromp Herbert Blank Johannes Müller Robert Frew Ltd. Antiquariat F. Neidhardt Antiquariat Inge Utzt Antiquariat Dr. Paul Kainbacher Antiquariat Rainer Schlicht Günther Trauzettel Hannspeter Kunz Antiquariat Manfred Nosbüsch Kunstkabinett Strehler 45A J.A. Stargardt Kunkel Fine Art Antiquariaat Forum BV August Laube Stuttgarter Antiquariat Antiquariat Christian Strobel Antiquariat Hohmann Antiquariat J. Voerster Galerie Vömel GmbH

Erneut suchen

Bitte beachten Sie die Verkaufsbedingungen.




 

Verband Deutscher Antiquare e. V.

Verband Deutscher Antiquare e.V.

Geschäftsstelle: Norbert Munsch
Seeblick 1, 56459 Elbingen
Fon +49 (0)6435 909147
Fax +49 (0)6435 909148
E-Mail buch[at]antiquare[dot]de