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Stuttgarter Antiquariat (Stand 67 )
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Bücher des 15. -18. Jahrhunderts · Humanismus und Reformation · Illustrierte Bücher

 


Alexander VI., Papst. Ankündigung des Türkenablasses zum Jubeljahr 1500 durch den Bischof von Gurk, Kardinal Raimundus Peraudi. Lateinische Handschrift auf Pergament, datiert Perugia 29. Februar 1500. Quer-Folio (312 x 537 mm). 16 Zeilen. Mit aufwendiger kalligraphischer Kopfzeile „Raymundus“, dem Wappen des Bischofs von Gurk und rotem Wachssiegel in ovaler Blechschale.
Raimundus Peraudi (1435–1505) erhielt bereits 1486 als päpstlicher Legat die Position des Ablasskommissars in Skandinavien und Deutschland für einen Kreuzzug gegen die Türken. Papst Alexander VI. beauftragte ihn 1500 mit der Verkündigung des Jubiläumsablasses in Nordeuropa, wobei ihn mehrere Subkommissare unterstützen. – Mit Faltspuren und einzelnen kleinen Fehlstellen, vereinzelt minimal fleckig, das Siegel an zwei Stellen mit Ergänzungen, mehrere Namenseinträge, gut erhaltene, sehr dekorative Urkunde. – Siehe Abbildung.

Preis: 12000,- EUR

 

Luther, Martin. EJn Sermon oder Predig von dem ablasz vnd gnade durch den wirdigen doctorem Martinum Luther Augustiner zu wittenbergk gemacht vnd geprediget. [Basel, Pamphilus Gengenbach, März-August] 1518. 4to. 4 Bll.nnum. Mit Titelholzschnitt von zwei Randleisten eingefasst, zwei Holzschnitt-Initialen und blattgroßem Holzschnitt am Schluss. Moderner Halblederband.
Frühe Ausgabe der hochbedeutenden Schrift, eine Zusammenfassung von Luthers wichtigsten Lehraussagen aus seinen 95 lateinischen Thesen in 20 allgemein verständlichen Punkten in deutscher Sprache. Die in der zweiten Märzhälfte 1518 gehaltene Predigt entwickelte sich zum ersten literarischen Erfolg Luthers; bereits 1518 erschienen 14 Ausgaben, Pamphilus Gengenbach druckte sie innerhalb kurzer Zeit zweimal. Der Titelholzschnitt zeigt einen Geistlichen mit einem Rosenkranz in der Linken, auf eine Kapelle zugehend. – Exlibris auf Vorsatz, einzelne durchgehende Wurmlöcher, meist im weißen Unterrand, sonst kaum fleckig und gut erhalten. Ein Faksimiledruck von Luthers 95 Thesen liegt in Rückdeckeltasche bei. – VD 16, L-6267; WA 1. 241 L; Prietzel, Gengenbach Nr. 40; Hieronymus, Oberrheinische Buchillustration Nr. 320. – Siehe Abbildung.

Preis: 16000,- EUR

 

Wimpheling – Gravamina Germanicae Nationis cum remedijs & auisamentis ad Caesarem Maiestatem [Hrsg. v. Jakob Wimpheling]. Schlettstadt, Lazarus Schürer 1519. 4to. 11 Bll. nnum., das letzte weiß. Umschlag.
Seltene erste Ausgabe der von Wimpheling zusammengestellten Beschwerden der deutschen Nation gegen den Papst und die Kurie in Rom. Die bedeutende Schrift trug maßgeblich zur Entwicklung eines deutschen Selbstverständnisses sowie einer antipäpstlichen Stimmung im Vorfeld der Reformation bei. Wimpheling war bereits 1510 durch seinen Neffen Jacob Spiegel (1483-ca. 1547) mit einem kirchenreformatorischen Gutachten für Kaiser Maximilian beauftragt worden. In Druck gegeben wurde sie jedoch erst nach Luthers Weigerung des Widerrufs seiner 95 Thesen auf dem Augsburger Reichstag 1518. – Gutes, sauberes Exemplar. – VD 16, R-739; Knepper, Wimpheling S. XIV & 252 ff.

Preis: 2600,- EUR

 

Lamentationes Germanicae Nationis [in fine:] excusus est libellus iste, sane utilis omnibus Christifidelibus, apud inclytam Asiae ciuitatem Lactophagam, ubi plures uigent Lutherani. [Schlettstadt, Lazarus Schürer, vor dem 13. Januar 1521, fälschlich:] 1526. 4to. 12 Bll. nnum., das letzte weiß. Älterer Pappband.
Einzige lateinische Originalausgabe, sehr selten. Heftige politische Streitschrift gegen das Papsttum, das der Ausbeutung Deutschlands bezichtigt wird, mit mehrfacher Erwähnung Luthers, wie auch Ecks und scharfen Angriffen auf das Unwesen des Ablasses. Die Schrift, von Graesse (IV, 87) Ulrich von Hutten zugeschrieben, dürfte wohl eher im Schlettstädter Freundeskreis Wimphelings entstanden sein, aus dem fast zeitgleich weitere antipäpstliche Schriften, ebenfalls von Schürer, gedruckt worden sind. Von der deutschen Übersetzung mit dem Titel „Beclagung Tütscher Nation“ erschienen mindestens fünf Ausgaben. – Zeitgenössische Eintragung und Nummer auf Titel, Bibliotheks- und Dublettenstempel auf Titelrückseite und am Schluss, erste und letzte Seite etwas angestaubt, sonst gut erhalten. – VD 16, L-167; Köhler 2126.

Preis: 3000,- EUR

 

Hutten, Ulrich von. Clag vnd vormanu(n)g gegen dem übermässigen vnchristliche(n) gewalt des Bapsts zu Rom, vnd der vngeistliche(n) geistlichen … der gantzen Christenheit, vn(d) zuuoran dem vatterland Teütscher Nation zu nutz vnd gut … in Reymens weyß beschriben. [Straßburg, Johann Schott, Oktober/November 1520]. 4to. 26 Bll. nnum. Mit blattgroßem Holzschnitt-Porträt Huttens im Lorbeerkranz von Hans Weiditz und einer Initiale. Späterer Pappband.
Erste Ausgabe, selten. „Die Klag und Vormanung … ist eine gereimte Klage, ein zorniger Spruch, wie Hutten selbst sagt, über die Missdeutung seines Klagschreibens an alle Deutschen. Zugleich ist es eine Zusammenfassung alles dessen, was Hutten jemals gegen die Ausbeutung Deutschlands und den Niedergang der Kirche geschrieben hat. Die Beschwerde über die jüngst über ihn verhängte Verfolgung geht nebenher. Die Randverweisungen auf die theologische Literatur weist Kalkoff Martin Butzer zu.“ Dieses Buch war das erste, das Hutten eigens in deutscher Sprache verfasst hat, und „es gelang ihm, kaum dass er den Entschluss zur deutschen Schriftstellerei gefasst hatte, ein Meisterstreich“ (D. F. Strauss, U. v. Hutten). – Das schöne Porträt stellt Hutten als Poeta laureatus dar in Harnisch und Lorbeerkranz mit vier Wappenschildern. – Letztes Blatt mit Blattweiser, schönes und sauberes Exemplar. – VD 16, H-6373; Benzing, Hutten 144. – Siehe Abbildung.

Preis: 5000,- EUR

 

 

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