Messekatalog

Stuttgarter Antiquariat (Stand 65 )
Götz Kocher-Benzing · Rathenaustraße 21· 70191 Stuttgart
Telefon + 49 (0)711 256 84 02 · Telefax + 49 (0)711 257 61 74
E-Mail: goetz.kocher.benzing@t-online.de · Internet: www.stuttgarter-antiquariat.de

Bücher des 15. -18. Jahrhunderts · Humanismus und Reformation · Illustrierte Bücher

 


Vives, Juan Luis. Von underweysung ayner Christlichen Frauwen: Drey Bücher. Augsburg, Heinrich Steiner 1544. Folio. [4], CXXV, 1 Bll. Mit zweiteiligem Wappenholzschnitt auf Titel und 27 Textholzschnitten von Hans Schäufelein, Hans Weiditz u. a. – Angebunden: Vives, Juan Luis. Von Gebirliche[m] Thun und Lassen aines Ehemanns. Augsburg, Heinrich Steiner 1544. Folio. [4] LX Bll. Mit 13 großen Holzschnitten von Hans Weiditz. Späterer Pergamentband.
Erste deutsche und erste illustrierte Ausgaben der beiden populären Erziehungsbücher des spanischen Humanisten Vives (1492–1540). Aufsehen erregte Vives’ darin enthaltene Forderung nach einem Studium der klassischen Sprachen Latein und Griechisch auch für Mädchen und Frauen. Übersetzt wurden die zuerst 1524 bzw. 1529 erschienenen Schriften von dem Juristen Christoph Bruno. Die schönen, teilweise wiederholten Holzschnitte aus dem Fundus Steiners zeigen Szenen aus dem häuslichen und ehelichen Leben und wurden bereits in anderen seiner Drucke verwendet. – Exlibris auf vorderem Innendeckel, leicht gebräunt bzw. fleckig, gutes Exemplar. – VD16, V-1867 & V-1886; Erdmann, My gracious silence p. 197; Dodgson II, 157, 96 & 70. – Siehe Abbildung.

Preis: 14000,- EUR

 

Poematia aliqvot insignia illvstrim poetarum recentiorum, hactenus à nullis fermé cognita aut visa quorum Catalogum uersa pagella reperies. Basel, Robert Winter 1544. 8vo. 120 Bll.nnum. Mit zwei verschiedenen Holzschnitt-Druckermarken auf Titel und am Schluss. Flexibler Pergamentband der Zeit mit Rückenschild (ohne die Schließbänder).
Seltene einzige Ausgabe dieser Sammlung neulateinischer Dichtungen. „Die verschiedensten Stoffe umfaßte Winter mit einer 1544 gedruckten Blütenlese neuerer Dichter, in der neben anderen eine Reihe bekannter und unbekannter Italiener dem Christentum, aber auch den antiken Musen und den Großen der Welt huldigt. Angeführt von Bembo, treten mehrere Dichter des römischen Kreises vor das nördliche Publikum hin; der umfangreichste Beitrag aber stammt vom genannten Quintianus-Stoa. Den heutigen Leser berührt wohl am meisten des Petrus Cursius Requiem für das vom Sacco heimgesuchte Rom. Aus dieser Schilderung der Katastrophe spricht eine Tiefe und eine Würde des Schmerzes, die sich sehr von dem abheben, was in Basel und im Norden über den Sacco gedacht und gedruckt worden ist. Hier ertönt der Schwanengesang jener Poetengesellschaft und der römischen Blütezeit“ (Bietenholz, Der italienische Humanismus und die Blütezeit des Buchdrucks in Basel S. 47f.). – Bibliotheksstempel des 19. Jh. auf vorderem fliegenden Vorsatz, alte Eintragung auf Titel, sauber und gut erhalten. – VD16, P-3831; BMSTC p. 707; Adams P-1680.

Preis: 2400,- EUR

 

Palingenius Stellatus, Marcellus. Zodiacus vitae, hoc est, de hominis vita studio, ac moribus optime instituendis Libri XII. … Basel, Robert Winter 1537. 8vo. 44 Bll.nnum., 387 (1) Ss. Mit mehreren Holzschnitt-Initialen. Flexibler Pergamentband im Stil der Zeit.
Seltene erste außerhalb Italiens gedruckte Ausgabe des berühmten Buchs. Von diesem Lehrgedicht in Hexametern mit über zehntausend Zeilen Länge erschienen ab ca. 1535 über 60 Ausgaben in mehreren Sprachen. 1558 wurde es aufgrund seiner kirchenkritischen Passagen auf den Index gesetzt, was seiner Popularität, vor allem in protestantischen Ländern, keinen Abbruch tat. Palingenius widmete das Werk Ercole II d’Este; beigefügt ist eine Vorrede an den Leser von einem Thomas Scauranus. – Titel leicht angestaubt, sonst schönes Exemplar. – VD16, M-852; vgl. Alchemy and the Occult, Mellon Collection Nr. 88 (englische Ausgabe von 1639).

Preis: 3500,- EUR

 

Hutten, Ulrich von. [Epigramme, sogenannte „Steckelberger Sammlung“:] Hoc in volumine continentur … Super interfectione propinqui sui Ioannis Hutteni equ. Deploratio … (in fine:) Excusum in arce Stekelberk an. M.D.XIX. mense Vllbri. [Mainz, Johann Schöffer, September 1519]. 4to. 106 Bll.nnum. Mit zwei fast blattgroßen Holzschnitten vom Petrarcameister und sechs großen schwarzgrundigen Initialen von Gabriel Zehender. Durchgehend rot rubriziert. Handgebundener roter Maroquinband mit Goldtitel in marmoriertem Schuber.
Einzige Ausgabe. Die berühmte nach dem Schlussvermerk „excusum in arce Stekelberk“ benannte große Invectiven-Sammlung Ulrich von Huttens. Sie enthält, abgesehen von Vor- und Nachwort sowie acht Briefen, ausnahmslos Schriften, die auf den Eifersuchtsmord an seinem Vetter Hans von Hutten durch Herzog Ulrich von Württemberg Bezug nehmen. Unter den insgesamt 15 Stücken ist der „Phalarismus“ das weitaus bedeutendste: Es ist der erste von Hutten verfasste Dialog, mit dem er diese Gattung in die Literatur des deutschen Humanismus einführte; er erschien separat bereits im März 1517 (Benzing 52). Die anderen Stücke, von Hutten bereits zwischen Juli 1515 und August 1517 verfasst, erscheinen hier erstmals im Druck. Die beiden Holzschnitte des Petrarcameisters sind seine frühesten Arbeiten (vgl. Rosen, Kat. Neufforge, S. 14). Sie zeigen die Ermordungsszene des Hans von Hutten und ein Porträt des Dichters. – Blatt 101 mit vier kleinen Fleckchen, erstes und letztes Blatt etwas angestaubt, sonst vorzüglich erhalten. – VD16, H-6403; Proctor 9866 (imperfect: fehlt das letzte Blatt); Benzing, Hutten 120. – Siehe Abbildung.

Preis: 3800,- EUR

 

Plutarch. Vitae parallelae. Aus dem Griechischen übersetzt von Lapus Florentinus u. a. Venedig, Bartholomäus de Zanis, 8. Juni 1496. Folio. [1] 145, 144 Bll. (a–r8 s10; A–S8). Mit halbseitigem Holzschnitt innerhalb einer schwarzgrundigen Bordüre auf Blatt zwei und zahlreichen Initialen. Italienischer Holzdeckelband der Zeit, zur Hälfte mit blindgeprägtem Kalbleder überzogen, und vier Schließen (Kapitale restauriert, Deckel mit vereinzelten Wurmspuren).
Dritte in Venedig gedruckte Ausgabe der Parallelbiographien, insgesamt die siebte. Der griechische Text erschien erst 1517 bei Giunta. Der schöne Holzschnitt auf Blatt zwei zeigt den gegen den Minotaurus kämpfenden Theseus, er wurde zuerst in der Giunta-Ausgabe des gleichen Textes 1491 verwendet. Der Katalog des Metropolitan Museums NY weist ihn dem Meister des Plinius des Pico della Mirandola (Picomeister) zu, der zwischen 1496 und 1505 in Ferrara und Venedig tätig war. – Erstes und letztes Blatt etwas fleckig und mit einzelnen Papierrestaurationen in den weißen Rändern, letzte Lage mit vereinzelten Wurmspuren, einzelne zeitgenössische Marginalien, sonst schönes Exemplar. – ISTC ip00834000; Hain 13130; GW M34488; Goff P-834; BMC V 432; Sander 5782. – Siehe Abbildung.

Preis: 9500,- EUR

 

 

  Antiquariat Nikolaus Struck Antiquariaat Schierenberg H. W. Fichter Kunsthandel Hans-Martin Schmitz Hans Lindner Antiquariat Seidel & Richter Antiquariat J. J. Heckenhauer e. K. EOS Buchantiquariat Benz Antiquariat Burgverlag Antiquariat Franz Siegle GmbH Bibermühle – Heribert Tenschert Antiquariat Schmidt & Günther Antiquariat am Moritzberg Antiquariat Turszynski Antiquariat Knöll Antiquariat Günter Linke C.G. Boerner GmbH Antiquariat Hanno Schreyer Eckard Düwal Antiquariat Klittich-Pfankuch GmbH & Co. Reiss & Sohn Antiquariat Norbert Haas Antiquariat H. Carlsen Matthäus Truppe Peter Bichsel Fine Books Vorführungen II - Das Restaurieren alter Bücher Tusculum Rare Books Ltd. Giuseppe Solmi Studio Bibliografico MC Rare Books B.V. Antiquariat Schaper Eberhard Köstler Autographen & Bücher oHG Fons Blavus Antiquariat Winfried Kuhn Rare Books Antiquariat Dieter Zipprich Müller & Gräff Antiquariat Sabine Keune Vorführungen I - Die Kunst handgefertigter Buntpapiere Hellmut Schumann Antiquariat Banzhaf Antiquariat Christian Strobel Antiquariat Haufe & Lutz Antiquariat Peter Kiefer Engel & Co. GmbH Antiquariat Peter Fritzen Antiquariaat Die Schmiede Tresor am Römer J. A. Stargardt Herbert Blank Johannes Müller Robert Frew Ltd. Antiquariat F. Neidhardt Antiquariat Inge Utzt Antiquariat Kainbacher Antiquariat Rainer Schlicht Günther Trauzettel Hannspeter Kunz Antiquariat Manfred Nosbüsch Kunstkabinett Strehler Bibliopathos Stuttgarter Antiquariat Antiquariaat Junk Antiquariaat Forum BV August Laube Galerie Valentien Antiquariat J. Voerster Galerie Vömel GmbH Antiquariat Thomas Hatry Antiquariat Winfried Geisenheyner Antiquariat Aix-la-Chapelle Antiquariat Elvira Tasbach Antiquariat Hohmann Mayfair Rare Books & Manuscripts Ltd Antiquariat Meinhard Knigge

Erneut suchen

Bitte beachten Sie die Verkaufsbedingungen.




 

Verband Deutscher Antiquare e. V.

Verband Deutscher Antiquare e.V.

Geschäftsstelle: Norbert Munsch
Seeblick 1, 56459 Elbingen
Fon +49 (0)6435 909147
Fax +49 (0)6435 909148
E-Mail buch[at]antiquare[dot]de

hf