Messekatalog

J. A. Stargardt (Stand 56 )
Autographenhandlung · Gegründet 1830 in Berlin
Xantener Strasse 6 · 10707 Berlin
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Autographen und Urkunden · Auktionen

 


Brahms, Johannes (1833–1897). Eigenh. Brief mit Unterschrift „J. B.“ (Wien 17. III. 1889). 2 Seiten gr.-8o.
An seinen Verleger und Freund Fritz Simrock. Brahms, noch voller Eindrücke von seinem Berlin-Aufenthalt, wo er am 4. März in der Philharmonie in einem Konzert von Hans von Bülow sein 1. Klavierkonzert und die Akademische Festouvertüre zur Aufführung gebracht hatte, bittet Simrock um eine Fahne seiner Hans von Bülow gewidmeten Violinsonate Nr. 3 in d-Moll, die im April des Jahres erscheinen sollte.
„… Glauben Sie nicht daß ich auf diesen anhängenden halben Bogen gewartet habe um Ihnen zu schreiben.
Der Zwillingsbogen erbittet Rath u. Hülfe, dieser aber begehrt Dank zu sagen für – wieviel Freundlichkeit u. Güte! Sagen Sie das auch der Weiblichkeit in Karlsbad mit meinen schönsten Grüßen.“ – Gemeint ist Simrocks Villa Am Karlsbad 3 in Berlin-Tiergarten.
„Ich habe auf der Reise das Schlafen vergeßen vor lauter angenehmen Rückerinnerungen u. auch Plänen wie ich solche Freundlichkeit im nächsten Jahr viel üppiger genießen möchte u. will …
Eine Correktur der Sonate laßen Sie mich ja noch haben! Ich sah sie doch nur flüchtig durch. Die Oper von S[iegfried] Ochs wollten Sie die Güte haben mir zu schicken; mir fällt ein daß Sie sie am Ende sammt dem Opernglas Ihrer Frau im Asc[anischen] Hof gelaßen haben!! …“
Die komische Oper „Im Namen des Gesetzes“ von Siegfried Ochs war ein Jahr zuvor in Hamburg uraufgeführt worden.
Kalbeck Band XI Nr. 670 (mit kleinen Abweichungen).

Preis: 4000,- EUR

 

Feininger, Lyonel (1871–1956). Eigenh. Brief mit Unterschrift. New York 17. III. 1943. 1 Seite gr.-4o. Mit Umschlag.
An Charlotte Berend-Corinth, die seit ihrer Emigration als erfolgreiche Malerin in Kalifornien lebte.
„… your kind note and the enclosed criticism by Donald Bear“ (der Direktor des Santa Barbara Museum of Art) „gave me the liveliest pleasure and I thank you very much indeed …
I hope that your one-man show in San Francisco was very successful. It seems almost like a dream to me, to know that you are painting ‚in America‘; you must remember that we knew your work in Berlin for many years. Did you like San Francisco? And how do you find California? My wife and I loved it – but I am not so sure that I could work there; and it takes years for me to readjust my reactions here, where I was boy.
Thinking it may interest you, I enclose a catalogue of my recent shows at The Buchholtz and Willard Galleries …“

Preis: 2400,- EUR

 

Hertz, Heinrich , Physiker; Entdecker der nach ihm benannten elektromagnetischen Wellen, 1857–1894. Eigenh. Manuskript mit einer Federzeichnung (ca. 9 x 6 cm) im Text. (1887). 2 Seiten (quer-)gr.-8o. Kleine Randläsuren.
Notizen über seine Experimente zu elektrodynamischen Wirkungen von Isolatoren, deren Ergebnisse er in seiner Abhandlung „Ueber Inductionserscheinungen, hervorgerufen durch die electrischen Vorgänge in Isolatoren“ niederlegte.
„Einleit[un]g Faraday Maxwell, Bestrebungen. Rowland, Helmholtz, Röntgen, Kritik …“ – Darunter die Zeichnung einer Apparatur mit der stichwortartigen Beschreibung „Asphaltbod[en] mit groß (ohne Holz) mit klein. / Resonanz mit Asphaltbod[en] u. Condensator. / Klein mit Schwefel … Petroleum … Pech“.
Auf der Rückseite eine Liste der „Drehu[ng]swinkel“, die er bei Versuchen mit verschiedenen Dielektrika festellte: „Asphaltklotz … 23,5° sehr genau! … Ausgedehnte Sandsteinwand: 21° … Schwefelklotz 14°-13°, 13,5° … Holzklotz 10° … Papier 10° … Kiste mit Petroleum. 8,6 7°… Petroleum allein 4,5° … Parafin 7° …“ sowie die Notiz „Aufliegen auf groß[em] Asphaltklotz wird compensirt durch Blech in 11 cm Abstand. / Entfernt um 5 cm vom Asphaltklotz, wird compensirt durch Blech in 17 cm Abstand u.s.w.–“
Die Federzeichnung: Skizze des für die Versuche verwendeten Apparats; im Druck wird der Apparat aus einem anderen Blickwinkel gezeigt (Gesammelte Werke, Leipzig 1914, Band II, S. 104, Fig. 24).
Am 5. XI. 1887 sandte Hertz die Abhandlung an Helmholtz mit der Bitte um Aufnahme in die Berichte der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Helmholtz kam dieser Bitte umgehend nach; am 7. November antwortete er: „Manuskript erhalten. Bravo!! Werde es Donnerstag überreichen zum Druck“ (zitiert nach A. Fölsing: Heinrich Hertz. Eine Biographie, Hamburg 1997, S. 316).
Von größter Seltenheit. – Siehe Abbildung.

Preis: 12000,- EUR

 

Nörten(-Hardenberg) – Urkunde der Brüder Berthold und Erpo von Parenhosen. (Nörten) 3. Kalendas Februarii (30. I.) 1307. 1 Seite quer-4o (ca. 16 x 28 cm). Pergament. Mit an 3 Pergament­streifen hängenden naturfarbenen Wachssiegeln (2 mit intaktem Siegelbild und nur geringfügiger Beschädigung der Legende; das dritte Siegel ist zu etwa zwei Dritteln erhalten).
Die Brüder Berthold und Erpo von Parenhosen verkaufen an Dekan und Kapitel der Stiftskirche St. Peter zu Nörten ihr dort gelegenes ererbtes Freigut mit sechs Äckern („Curiam nostram sitam Northunis cum sex agris in Campo ibidem sitis, que bona … possedimus pleno jure libera“) für 13 Mark Silber, und sie tun dies „cum legitimo consensu“ ihrer Schwestern Mechthild und Regelinde sowie der anderen Miterben. Der Verkauf erfolgt „pleno jure“, jedoch vorbehaltlich des Eingriffs einer höheren Macht: „Hoc dumtaxat excepto si aliquis princeps aut potens, quod non speramus, usurparet sibi aliquid juris in predictis bonis propter cujus potentiam …“
Als Zeugen siegeln der Propst (Albert) und der Abt (Theodor) der Benediktinerabtei Steina sowie Hildebrand, „miles advocatus in hardenberch“; weitere Zeugen sind namentlich genannt.
Wolf, Diplomatische Geschichte des Peters-Stiftes zu Nörten, Erfurt 1799, Nr. XX.

Preis: 3200,- EUR

 

Schopenhauer, Arthur (1788–1860). Schriftstück mit Unterschrift. Leipzig und Frankfurt a. M. 8. II. 1859. 1 3/4 Seiten gr.-folio. Mit seinem Lacksiegel. Kleinere Rand- und Faltenschäden.
Verlagsvertrag zwischen „Herrn Dr. Arthur Schopenhauer in Frankfurt a/M., als Verfasser an einem, und der Buchhandlung F. A. Brockhaus in Leipzig, als Verlagshandlung am andern Theile“ über die dritte Auflage seines Hauptwerks „Die Welt als Wille und Vorstellung“, vom Verleger ebenfalls unterschrieben und besiegelt.
„§ 1. Herr Dr. Schopenhauer ertheilt hierdurch der Buchhandlung Brockhaus das Verlagsrecht der um einige Bogen vermehrten dritten Auflage seiner in demselben Verlag schon erschienenen Schrift …
§ 4. Die Buchhandlung Brockhaus ist gehalten, die Orthographie und Interpunction des Herrn Verfassers aufs strengste zu respectiren …
§ 5. Die Buchhandlung ist berechtigt, die dritte Auflage von A. Schopenhauer’s ‚Die Welt als Wille und Vorstellung‘ bis zu der Höhe von 2250 Exemplaren zu drucken.
§ 6. Als Honorar sind für den Druckbogen … drei Friedrichsd’or festgesetzt worden …“
Darunter ein von Heinrich Brockhaus unterzeichneter „Nachtrag“ vom 6. VI. 1860: „Herr Dr. Arthur Schopenhauer und die Buchhandlung F. A. Brockhaus haben sich … auch über eine neue Auflage von Schopenhauer’s ‚Grundprobleme der Ethik‘ geeinigt und dafür die selben Bedingungen als geltend festgesetzt, welche im vorstehenden Vertrage … niedergeschrieben u. von den Contrahenten acceptirt sind …“
Die erste Ausgabe der „Ethik“ war 1841 bei der Hermannschen Buchhandlung in Frankfurt a. M. erschienen. – Die ab der Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzende Popularität der Schopenhauerschen Philosophie schlägt sich in der Auflagenhöhe und im Autorenhonorar für die dritte Auflage der „Welt als Wille und Vorstellung“ nieder. Von der 1819 erschienenen ersten Auflage hatte Brockhaus nur einen Bruchteil der 500 gedruckten Exemplare absetzen können; 1843 hatte der Verleger der um einen Band erweiterten zweiten Ausgabe in bis zu 750 Exemplaren erst nach Schopenhauers vollständigem Verzicht auf Honorar zugestimmt.
Der Briefwechsel Arthur Schopenhauers, Band 2, Nr. 726; zum späteren Nachtrag vgl. Nr. 808.

Preis: 8000,- EUR

 

 

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