Messekatalog

Eberhard Köstler Autographen & Bücher oHG (Stand 34 )
Inhaber Dr. Barbara van Benthem und Eberhard Köstler
Traubinger Str. 5 · D-82327 Tutzing · Telefon +49 (0)8158 3658 · Mobil +49 (0)151 5888 2218
E-Mail: info@autographs.de · Internet: www.autographs.de

Autographen, Dokumente und Archive von historischem, künstlerischem und wissenschaftlichem Interesse

 


Album amicorum – „Stamm-Buch“ (Rückentitel). Stuttgart, Dürrmenz, Kirchheim und Augsburg, 1782–87. Qu.-8° (20 x 13 cm). Mit 2 Tuschfederzeichnungen (eine in Rot). 30 Seiten mit Eintragungen. 209 mit Bleistift numm. Seiten. Marmoriertes, geglättetes Kalbleder der Zeit mit Deckel- und Stehkantenbordüre, Rückenvergoldung, dreiseitigem Goldschnitt u. Marmorpapiervorsätzen.
Der unbekannte Stammbuchhalter ist im Stuttgarter Umkreis von Schiller zu suchen, wie die Eintragungen von Schillers Zimmerwirtin Louise Dorothea Vischer (1751–1816) und seines Mitschülers, des Malers Viktor Heideloff (1757–1817) nahelegen. Mit wenigen Ausnahmen stammen alle Einträge aus Stuttgart. – Luise Dorothea Vischer, die sich am 17. September 1787 mit 8 Zeilen aus Goethes Gedicht „An Lottchen“ eingetragen hat, war 1781/82 Schillers Zimmerwirtin im Haus Eberhardstraße 63. Das Haus gehörte dem Karlsschullehrer Balthasar Haug. Schiller bezog dort als Untermieter am 1. Februar 1781 ein Zimmer mit Herd und eine Kammer. Hier vollendete er seine „Räuber“ und begann seinen „Fiesco“. Nach der Überlieferung von Schillers Schwägerin Karoline von Wolzogen galten die schwärmerischen sechs Laura-Gedichte des 22-jährigen Schillers, die er in der „Anthologie auf das Jahr 1782“ veröffentlichte, seiner Wirtin Luise Vischer. – Victor Heideloff war Mitschüler Schillers an der Hohen Karlsschule und später Theatermaler in Stuttgart. Von ihm stammt der hübsch illustrierte Beitrag auf S. 107. Weitere Beiträge aus dem Umfeld der Hohen Karlsschule u. a. von: Friedrich August Heyd (1749–1840), Prediger auf der Hohen Karlsschule und Diakon in Calw, Hauptmann Meinhardt, der bei den Württembergischen Dragonern als Regimentsadjutant diente, ferner Christian, Christian Heinrich und Nikolaus Wilhelm Liemann aus St. Petersburg, August Friedrich Hölder und Johann Conrad Reuß. – Die Tuschpinselzeichnung in Rot zeigt eine Klosteranlage, Beilageblatt mit einer Menuettkomposition. – Vgl. Hinderer, Schiller und kein Ende, S. 139; Gebhardt S. 356f., 295, 435, 162f.

Preis: 1000,- EUR

 

Album amicorum – „Fautoribus atque amicis suis honoratissimis. Hoc album dedicat et offert Johannes Gottofredus Rohde J. U. cultor.“ Stammbuch des Johann Gottfried Rohde. Jena und Gießen, 1767–73. Qu.-8°. Mit aquarellierter Titelbordüre sowie gouachierter blattgroßer Pergamentminiatur. 142 Seiten mit Eintragungen. 320 num. Seiten (24 Bl. fehlen), 15 nn. Seiten Register. Marmoriertes, geglättetes Kalbleder der Zeit mit Deckel- und Stehkantenbordüre, Rückenvergoldung, gepunztem dreiseitigem Goldschnitt und Marmorpapiervorsätzen.
Mit einer ikonographisch äußerst seltenen Darstellung als Pergamentminiatur: von rechts betritt ein Student im blauen Rock die Studierstube und bringt dem an einem Tisch sitzenden Bewohner das Stammbuch mit seinem Eintrag zurück. Oben rechts ein Schriftband: „So offt du wirst vergnügt der Freunde Zahl durchsehn | So wolstu Werthester mich auch nicht übergehn.“ Die Stube ist dekoriert mit Stuhl und Stockflöte, Hut, Taschenuhr, Pfeife, Kerze, Wasserkrug, Weinbecher, Teekessel, an den Wänden Landkarten und ein Bücherregal. – Die Familie des Stammbuchhalters Johann Gottfried Rohde aus Thalitter war im Kupferbergbau tätig. Den Eintragungen zufolge studierte Rohde von 1767 bis zum Wintersemester 1769 in Gießen und wechselte dann nach Jena. 83 der insgesamt 142 Einträge stammen aus Gießen, 36 aus Jena. Unter den Gießener Beiträgern ragen der Kameralist und Mineraloge Philipp Engel Klipstein (1747–1808) und der Jurist Johann Daniel Heinrich Musäus (1749–1821) hervor. Zahlreiche Beiträger sind in der Datenbank der Gießener Stammbücher und darüber hinaus auch in anderen Stammbüchern der UB Gießen nachweisbar. – Ein Blatt lose, minimal fleckig.

Preis: 2000,- EUR

 

Dalì, Salvador, Maler (1904–1989). Eigenh. Zeichnung in Filzstift, Tinte und Tusche auf Fotokarton, mit mehrfacher eigenh. Widmung und U. Ohne Ort, 1965. 37,8 x 28,2 cm. Unter Passepartout und Glas gerahmt.
Schwungvolle Zeichnung und Signatur über das gesamte Blatt, oben in blauem Filzstift Krone und Reichsapfel, darunter „Dalì 1965“, über einer abstrakten Federzeichnung in schwarzer Tinte und Sepia. Am rechten Rand zwei zusätzliche Widmungen, signiert und datiert, in rotem und schwarzem Filzstift: „pour [?] amigos S.D.“ und „Pour Nanai Novarro 1965“. – An den Fotografen und Sammler Eddy Novarro (1925–2003) und dessen Ehefrau Nana (Renate) Novarro. – Novarro begann seine künstlerische Laufbahn in den 50er Jahren als Fotograf in Brasilien. Im Laufe seines Lebens fotografierte er Hunderte von berühmten Künstlern wie Picasso, Duchamp, Arp, Beuys, Miró, Giacometti oder Magritte, der ihn in den Kreis der Surrealisten einführte, wo er die Bekanntschaft Dalìs machte. Novarro porträtierte die Künstler, begleitet von seiner Frau Nana. Als Dankeschön schenkten ihnen die Porträtierten eines ihrer Werke mit persönlicher Widmung. – Echtheitszertifikat und Expertise: Archives Descharnes d 5923, 21. August 2017. – Vgl. Katalog Münster 2011, „Who is Who“, S. 58f.; Katalog Schwerin 2015, „Kaleidoskop der Moderne“, S. 284.

Preis: 3500,- EUR

 

Weill, Kurt, Komponist (1900–1950). Eigenh. Brief mit U. New York, 2. V. 1936. Gr.-4°. 2 Seiten.
Ein Liebesbrief par excellence, aus dem Exil an die „süsse einzige Geliebte“ Erika Neher, pikanterweise die Ehefrau des Freundes und Bühnenbildners Caspar Neher in Deutschland: „[…] du kannst dir denken, mein Engel, in welche schweren Gewissensqualen ich versetzt bin, weil ich jetzt, wo du mich so nötig brauchst, nicht bei dir sein kann. Es ist schrecklich, dass du wieder diese Dinge mit C[aspar] durchmachen musst. Mir ist es so vollkommen unbegreiflich […] dass er nicht spürt, was für einen unendlich wertvollen Menschen, wie er ihn nie wieder finden kann, er in dir hat, und wie schwer er dich mit diesen Dingen verletzen muss, die wahrscheinlich für ihn selbst garnicht so wichtig sind wie sie in der Auswirkung auf dich erscheinen müssen. Es ist doch masslos ungerecht, dass er glaubt, eine andere Frau könne ihm in seiner künstlerischen Entwicklung mehr helfen als du. Für mich steht es ausser Zweifel, dass er nie das geworden wäre, was er ist, wenn du ihm nicht durch deine Kontrolle, durch deine Kritik, durch deine gesunden Ideen gefördert hättest […] Der Kampf, den ich kämpfe, ist viel viel schwerer, aber ich weiss wenigstens, um was es geht, und ich weiss, ob ich durchkomme oder unterliege, ich habe vom künstlerischen und menschlichen Standpunkt aus getan was ich musste […] Ich spüre […] wie du mich brauchst und wie ich dir mit meiner tiefen starken Liebe helfen könnte. Aber dann sage ich mir wieder: wenn ich jetzt weg fahre, ohne meine Existenz gesichert zu haben, dann hast du ja noch eine Sorge mehr. Und wie schön wird es sein, wenn ich etwas erreicht habe […]“ – Kurt Weill und seine Frau Lotte Lenya hatten zahlreiche Affären. „Ich glaube, wir sind das einzige Ehepaar ohne Probleme“, kommentierte Lotte Lenya und ließ Kurt Weill sein „kleines Sexpony“ Erika Neher, die in Deutschand geblieben war. New York war für Weill und Lenya ein schwieriges Pflaster, die Geldreserven waren bald aufgebraucht, die berufliche Krise trieb die fragile Beziehung wieder einmal auseinander. Weill erneuerte den Kontakt zu Erika Neher, schrieb ihr immer eindringlichere Briefe, bat sie zu ihm zu kommen. Doch die in Deutschland lebende Neher beendete abrupt das Liebesverhältnis.

Preis: 4000,- EUR

 

 

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