Messekatalog

Eberhard Köstler Autographen & Bücher oHG (Stand 27 )
Inhaber Dr. Barbara van Benthem und Eberhard Köstler
Traubinger Str. 5 · 82327 Tutzing · Telefon +49 (0) 8158 36 58 · Mobil +49 (0)151 5888 2218
E-Mail: info@autographs.de · Internet: www.autographs.de

Autographen, Dokumente und Archive von historischem, künstlerischem und wissenschaftlichem Interesse

 


Hegel, Georg Wilhelm Friedrich, Philosoph (1770–1831). Eigenh. Albumblatt mit Gedicht (6 Zeilen), Widmung und U. „Hegel Stip. aus Stuttg.” Tübingen, 16. IX. 1789. Qu.-8° (10,5 × 17,5 cm). 1 Seite. Umlaufender Goldschnitt. In: Album amicorum – „Denkmale der Freundschaft.” Stammbuchkassette des Tübinger Stipendiaten Schwarz aus Kirchheim am Neckar. Tübingen, Ludwigsburg, Stuttgart, Kirchheim u. a. 1789–1802. Mit Tuschfederzeichnung und Bleistiftskizze. 102 lose Blätter mit Stammbucheintragungen und umlaufendem Goldschnitt. Kassette in Buchform mit Kassetteneinschub von unten. Halbleder der Zeit mit Rückenschild, Marmorpapierbezug und Rotschnitt.
„Was ist unser Leben? Ein Hauch der nährenden Lüfte, | Die mit dem Athem uns Dauer u. Seele verleihn […] Und wir Arme prangen mit uns, u. bilden uns hoch ein! | Die ein Athem der Luft nähret u. wieder verweht.” Hegels Verse im Stammbuch des Tübinger Stipendiaten Schwarz geben mit kleinen Änderungen der Interpunktion das Gedicht „Der Hauch des Lebens” von Johann Gottfried Herder (1744–1803) wieder, das erstmals in „Zerstreute Blätter, erste Sammlung” (Gotha 1785, S. 25) im Kapitel „Blumen, aus der Griechischen Anthologie gesammlet” erschien. Darunter Hegels eigenh. Widmungszeilen: „Denken Sie hiebei an den, der es sich zur | größten Ehre rechnet, mit Ihnen bekannt worden | zu seyn, u. Ihnen hier s. Hochachtung bezeugen | zu können.” – Eigenhändige Lebenszeugnisse Hegels aus so früher Zeit sind äußerst selten. Das hier vorliegende Albumblatt ist noch unveröffentlicht und war bislang unbekannt. Das einzige ähnliche Blatt (Stuttgart, 5. VII. 1788) wurde 1984 bei Stargardt (631, 591) versteigert. – Das Albumblatt ist Teil des hochinteressanten Stammbuches eines Tübinger Stipendiaten aus Hegels engstem Umfeld, der gleichzeitig mit ihm, Hölderlin und Schelling das Stift besuchte und wohl auch mit dem familiären Umkreis Hegels vertraut war und welches in eindrucksvoller Dichte eine ganze Geisteslandschaft umgreift. – Eingetragen hat sich u. a. Christoph August Klett, ein Verehrer von Hegels damals gerade einmal 17 Jahre alter Schwester Christiane, ein Freund Schellings und Hegels (vgl. Birkert S. 54 ff.). Darüber hinaus haben sich zahlreiche Kommilitonen sowohl in dem hier vorliegenden Stammbuch des Stipendiaten Schwarz, als auch in dem in der UB Tübingen befindlichen Stammbuch G. W. F. Hegels verewigt, zum Beispiel Ernst Gottlieb Bengel  (Freund Hölderlins, Theologe, 1769–1826), Christian Ludwig Bilfinger (Freund und Stammbuchbeiträger Hölderlins, später Legationsrat, 1770–1850), Eberhard Wilhelm Gottfried Burk (Freund Hölderlins, Pfarrer, 1769–1850), Elias Benjamin Burkhardt (Pfarrer, 1767–1830), Georg August Griesinger (Diplomat und Schriftsteller, Biograph von Haydn und Beethoven, 1769–1845), Bernhard Friedrich Kind (Pfarrer, 1768–1845), Immanuel Klemm (Pfarrer, 1767–1834), Johann Christian Klett (Freund Hölderlins, Mediziner, 1770–1823), Johann Christoph Mutschler (Hofrat, 1772–1847), Christian Ludwig Neuffer (Freund Hölderlins, Theologe und Dichter, 1769–1839), Gottfried Heinrich Neuffer (Pfarrer, 1768–1846), Johann Peter Christoph Roesler (Theologe, 1769–1814), Wilhelm Eberhard Ludwig Seefried (Pfarrer, 1768–1835), Karl Christian Ferdinand Sigel (Theologe, 1768–1826) und Johann Philipp Weigelin (Pfarrer, 1769–1830). – Von Hegels Maulbronner Mitschülern, die mit ihm nach Tübingen geschickt wurden, haben sich eingetragen:  Christian Wilhelm Fleischmann (1770–1839), Johann Carl Christoph Helfferich (Pfarrer, 1770–1835), Friedrich Heinrich Wolfgang Mögling (Legationsrat, 1771–1813) sowie Johann Christian Benjamin Rüm(m)elin (Freund Hölderlins, der ihm ein Gedicht ins Stammbuch schrieb, Bürgermeister, 1769–1821). Weitere Namen, meist von Tübinger Stiftlern aus Hegels und Hölderlins Umkreis,  sind (das M. steht für Magister, nicht für einen Vornamen): M. Baber, M. [Friedrich Jacob] Beck (Pfarrer, 1772–1847), M. Beurlin, M. C. E. Binder, M. Breitschwerdt (2), M. Bühler, F. Buttersack, M. Buttersack, [David Friedrich] Cleß (Dekan, 1768–1810), M. R. Dann, [Christoph Ludwig] Denk stip. (Pfarrer, 1770–1812), M. Carl Immanuel Diez (Theologe, 1766–1796), Jacob Friedrich Duttenhofer (Pfarrer, 1768–1823), M. W. Duttenhofer, M. August Heinrich Firnhaber (1767–1823), Johann Friedrich Konrad Friz stip. (Freund Hölderlins, 1769–1790), M. Gnoth, M. Gönner, M. Friedrich Wilhelm Hanser (Pfarrer, 1760–1803), M. Johann Carl Friedrich Hauff (Mathematiker und Philosoph, 1766–1846), Hildebrand, M. Hofacker, M. [Carl Gottlieb] Hoffmann, M. [Carl Friedrich?] Jaeger, M. Koch, S. Kriegelstein, M. Landenberger, Ludwig Jacob Majer (Pfarrer, 1769–1844), Mittler, Nonnenmacher, M. Riederer, M. J. C. Roller, M. Schlichter, M. Schmid, Johann August Schmid (Pfarrer, 1778–1856), M. Johann Philipp Jacob Schmid (Rektor), Johann Friedrich Schmoller (Pfarrer, 1760–1811), M. Andreas Heinrich Schott (Philosoph und Bibliothekar, 1758–1831), C. F. Schott, M. Straßer, Wider, M. Christian Friedrich Benjamin Vischer (1768–1814), M. [Magnus Friedrich] Zeller (Pfarrer, 1768–1821). Auch die bekannten Tübinger Familien Gmelin, Mohl und Knapp sind vertreten. – Fast alle Eintragungen wurden in Tübingen in den Herbstmonaten 1789 niedergeschrieben. Zum Wintersemester 1788/89 hatte Hegel an der Universität Tübingen das Studium der Evangelischen Theologie und Philosophie aufgenommen und wurde zu dieser Zeit Mitglied im Tübinger Stift.  Einige weitere Beiträge stammen überwiegend von Damen aus Kirchheim, Ludwigsburg und Stuttgart. – Bis auf vereinzelte minimale Randschäden sehr schön erhaltenes Dokument aus Hegels früher Studienzeit. Eine Rarität.

Preis: 11500,- EUR

 

Verdi, Giuseppe, Komponist (1813–1901). Eigenh. Brief mit U. Ohne Ort, 31. X. 1882. Gr.-8°. 1 Seite. Doppelblatt.
An seinen Musikverleger Giulio Ricordi (1840–1912) über die italienische Fassung von „Don Carlos”: „[…] Ho ricevuto il second’atto del Don Carlos. Mi ha scritto l’intendente del Teatro di Vienna, e mi dice che darà il Don Carlos nella stagione 1883–1884. A che serve allora lavorarci adesso? Se non si deve dare ora in qualche gran teatro io sospendo il lavoro perché anche è lavoro lungo e mi annoia e mi pesa […]” – „Don Carlos” wurde mit italienischem Text von Achille de Lauzières und Angelo Zanardini am 10. Januar 1884 im Teatro alla Scala, Mailand, uraufgeführt.

Preis: 3000,- EUR

 

Klee, Paul, Maler und Grafiker (1879–1940). Eigenh. Brief mit U. Bern, Kistlerweg 6, 21. VII. 1934. 4°. 1 Seite.
An den Basler Sammler Richard Doetsch-Benziger (1877–1958): „Sehr geehrter Herr Doetsch-Benziger! Ich danke Ihnen sehr für Ihre freundlichen Zeilen und bestätige Ihnen den Empfang der inliegenden fünfhundert Schweizerfranken. Wie schade dass Sie noch nicht Gelegenheit fanden, mich zu besuchen. Jetzt würde Ihr Besuch für Sie noch interessanter ausfallen, da ich nun eine kleine Wohnung mit meinen Sachen aus Deutschland einrichten konnte, mit einer grossen Reihe von Bildern und sehr vielen Aquarellen. Mit herzlichem Gruss und in Erwartung der baldigen Ankündigung Ihres Kommens […] beste Empfehlungen auch von meiner Frau”. – Interessantes Zeugnis aus der Zeit kurz nach Klees Rückkehr in die Schweiz. Nach der Entlassung in Düsseldorf durch die Nationalsozialisten waren Paul und Lilly Klee an Heiligabend 1933 in Bern eingetroffen und zunächst in Klees Elternhaus untergekommen. Am 1. Juni konnte das Paar die erwähnte Dreizimmerwohnung am Kistlerweg 6 beziehen. – Wohlerhalten.

Preis: 4500,- EUR

 

 

  Antiquariat Norbert Haas Hans-Martin Schmitz H. W. Fichter Kunsthandel Antiquariat Aix-la-Chapelle Antiquariat Nikolaus Struck Reiss & Sohn Antiquariat Klittich-Pfankuch GmbH & Co. Mayfair Rare Books & Manuscripts Ltd MC Rare Books B.V. Giuseppe Solmi Studio Bibliografico Tusculum Rare Books Ltd. Matthäus Truppe Ulrike Grießmayr Antiquariat H. Carlsen Hans Lindner Antiquariat Seidel & Richter Antiquariat J. J. Heckenhauer e. K. Antiquariat Winfried Geisenheyner Daniela Kromp Antiquariat Franz Siegle GmbH Bibermühle – Heribert Tenschert Antiquariat Schmidt & Günther Antiquariat am Moritzberg Antiquariat Knöll Antiquariat Günter Linke C.G. Boerner GmbH Antiquariat Hanno Schreyer Antiquariat Reinhold Berg eK Eberhard Köstler Autographen & Bücher oHG Antiquariat Meinhard Knigge Fons Blavus Antiquariat Winfried Kuhn Rare Books Antiquariat Dieter Zipprich Müller & Gräff Antiquariat Sabine Keune Antiquariat Thomas Hatry Hellmut Schumann Antiquariat Banzhaf Antiquariat Christian Strobel Antiquariat Hohmann Antiquariat Haufe & Lutz Antiquariat Peter Kiefer Engel & Co. GmbH Antiquariat Peter Fritzen Antiquariaat Die Schmiede Tresor am Römer Penka Rare Books Herbert Blank Johannes Müller Robert Frew Ltd. Antiquariat F. Neidhardt Antiquariat Inge Utzt  Antiquariat Dr. Paul Kainbacher Antiquariat Rainer Schlicht Günther Trauzettel Hannspeter Kunz Sokol Books Ltd. Kunstkabinett Strehler J. A. Stargardt Kunkel Fine Art Antiquariaat Forum BV August Laube Galerie Valentien Antiquariat J. Voerster Galerie Vömel GmbH

Erneut suchen

Bitte beachten Sie die Verkaufsbedingungen.




 

Verband Deutscher Antiquare e. V.

Verband Deutscher Antiquare e.V.

Geschäftsstelle: Norbert Munsch
Seeblick 1, 56459 Elbingen
Fon +49 (0)6435 909147
Fax +49 (0)6435 909148
E-Mail buch[at]antiquare[dot]de

hf