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Antiquariat Banzhaf (Stand 36 )
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Illustrierte Bücher · Fotografie · Naturwissenschaften · Buchwesen

 


(Lueders, Georg [Übersetzer]). Kaiserliche/Geschichtbeschrei-/bung/Von dem Julio Cae-/sare an, biß zu Con-/stantino dem Gros-/sen./So erstlich von Fran-/cesco Angeloni in/Italienischer Sprache/beschrieben/Und mit warhafften/alten Muntzen erkläret/Anitzo aber/ins Teutsche ubergesetzet/Sumptibus/Dr. Georgii Lueders Jun./Ao. 1667. (Erster und Anderer Theil). Hamburg/abgeschrieben/von/Valentino/Heins/Arithm. Deutsches Manuskript auf Papier. 2 Teile in zwei Bänden (= komplett). Titel in reicher ornamentaler Rahmung, 544 nummerierte Seiten; 2 Bll. Vor- und Haupttitel in reichen architektonisch und ornamental gestalteten Rahmen, Seiten 545–1059. Uniforme rote Maroquinbände d. Zeit auf 6 Bünden mit goldgeprägtem Rückenschild im zweiten Feld mit reicher Rücken- und Deckelgoldprägung. Vorderdeckel mit ovaler goldgeprägter Vignette mit den Initialen G(eorg) L(ueders). Goldschnitt. Folio (357 × 240 mm). Vortitel in Band I herausgetrennt und durch altes Papier ergänzt. Rücken berieben, drei Ecken stark bestoßen. Fußkapital von Band I mit kleiner restaurierter Fehlstelle. Beide Bände mit gedrucktem Holzschnittexlibris „Graf Wackerbarth”, dem gestochenen Exlibris von „Carl Herrmann Soltau” und einem modernen Exlibris „Polof Granie”. Band I mit einem weiteren interessanten und mit persönlichen Daten angereicherten Exlibris „Benedix Wilhelm Rahmeyer, alt 80 Jahr. Kaufmann, Buerger zu Hamburg. Geb. Oct. 29. Ao. 1705” und dem Motto „Coelum quid quaerimus vitra!”.
Dekesel A 49. Lipsius 10. Graesse I, 128. OCLC 234193476 (alle für die gedruckte Originalausgabe des italienischen Textes von Francesco Angeloni von 1641). G. Hatz, Einige Anmerkungen zu der Münzsammlung Lüders. In: Numismatische Studien, Heft 16/2004, Ss. 181ff. (zu Georg Lueders). ADB XI, 650/651 (zu Valentin Heins). – Erste deutsche Ausgabe dieser nur in Manuskriptform existierenden deutschen Übersetzung des Textes. Francesco Angeloni (1587–1652), italienischer Antiquar, Schriftsteller und Sammler, Beamter der Kurie, widmete einen großen Teil seines Lebens dem Sammeln antiker Münzen und Medaillen, von Büchern, Bildern und Grafiken sowie archäologischen Artefakten und erwarb sich einen ausgezeichneten Ruf als Antiquar und Kenner der Antike. Seine Abhandlung zur römischen Numismatik „La historia augusta da Giulio Cesare infino a Costantino Magno. Illustra con la verità delle antiche medaglie” erschien erstmals 1641 und erneut posthum 1685. Das hier vorliegende Manuskript der deutschen Übersetzung wurde von dem aus Hamburg stammenden Kaufmann, Numismatiker und Sammler Georg Lueders (1598–1674) erstellt. „Lueders war ein Hamburger Kaufmann, der seine Sammelleidenschaft aus dem Iberienhandel und vielleicht später mit Grundstücksgeschäften finanzierte” (G. Hatz, Seite 185). Seine europaweit bekannte Sammlung von über 8500 Münzen wurde 1721 und Teilstücke davon noch 1738 von den Erben Lüders’ an die 1714 gegründete Kunstkammer Peters des Großen in St. Petersburg verkauft. Der Text auf starkem Bütten in einer professionellen, kalligraphisch variantenreichen Handschrift wurde von dem Hamburger Rechenmeister und Kalligraphen Valentin Heins geschrieben, mit unterschiedlichen Schriftgrößen und Schriftarten für Kapitelüberschriften, Einleitungen, Zitate und die Wiedergabe von Münz- und Medaillengravuren. – Valentin Heins (1637–1704) war ein Rechenmeister in Hamburg, der bereits im Alter von 14 Jahren unterrichtete und sich durch Weiterbildung zu einem Experten in der Kunst der kaufmännischen Rechenkunst, der Buchführung und der Kalligraphie entwickelte. Mit Heinrich Meißner, seinem Kollegen von der Sankt Jacobi-Kirchenschule, begründete er 1690 die erste mathematische Gesellschaft Deutschlands, die „Kunst-Rechnungsliebende Societät”, „außerdem betätigte er sich als Verfasser von mathematischen sowie für die kaufmännische Praxis bestimmten Büchern und Schriften … Sein ‚Gazophylacium Mercatorio-arithmeticum, das ist: Schatzkammer der kauffmännischen Rechnung‘, wurde bis 1779 sechsmal neu aufgelegt” (NDB VIII, 436f.) Titel und wenige Überschriften mit kleinen Fehlstellen durch Tintenfraß. Unikales Prachtexemplar hergestellt für Lueders eigene Sammlung in einem reich verzierten, wohl hamburgischen Einband. – Siehe Abbildung.

Preis: 17000,- EUR

 

(Oppenheimer, Joseph Ben Issachar Süßkind) – Konfidenten-Bericht über die Verhaftung und Behandlung des „Jud Süss” (Oppenheimer) in Studtgard 1737/38. Sehr interessant! (Handschriftlicher späterer Titel auf Vorderumschlag). Deutsches Manuskript auf Papier. Studtgard den 13. Martij Ao. 1737 (4 Bll. – zwei lose Bogen); Studtgard den 17. Martii 1737 (8 Bll. geheftet); Studtgard den 5. Febr. 1738 (2 Bll. – ein loser gefalteter Bogen); ein Oktavblatt ohne Datierung. Zusammen (30) Seiten, wovon 3 unbeschrieben. Lose eingelegt in einfachen Papierumschlag d. Zeit. Folio (345 × 210 mm). Knickspurig und angestaubt.
Im Falz mit Rissen. Die beiden ersten Dokumente vom 13. und 17. März 1737 von einer Hand schildern aktuell und aus großer Nähe die Aktivitäten am württembergischen Hof in Stuttgart nach dem unerwarteten Tod des Herzogs Karl Alexander von Württemberg am 12. März 1737. Es handelt sich hier wohl um einen „nachrichtendienstlichen Spitzelbericht”, Sender und Empfänger sind unbekannt. Behandelt werden in diesen Schriftstücken auch die Ereignisse. die zur Verurteilung und Hinrichtung von Joseph Ben Issachar Süßkind Oppenheimer (1698–1738) führten, der als Bankier und Finanzmakler erfolgreich tätig war und von Herzog Karl Alexander 1732 zum Hof- und Kriegsfaktor und 1733 zum Geheimen Finanzrat ernannt wurde. Nach dem Tod des Herzogs wurde Oppenheimer Opfer eines Justizmords und aufgrund falscher und antisemitisch konnotierter Anschuldigungen verurteilt und am 4. Februar 1738 hingerichtet. Das vierseitige Schriftstück vom 5. Februar 1738 ist in anderer Handschrift und gezeichnet von einem „Wegelein”. Beiliegen drei maschinenschriftliche Blätter mit Transkription der ersten fünf Seiten des Manuskripts.

Preis: 6000,- EUR

 

Illustrierter Manuskriptkatalog einer Münzsammlung. Summa summarum nummophilacii aurei: Sunt numeroter centumquinquaginta monetae. Pretium mettalli 6516 fl. 29cr. Pretium raritatis 8116 fl. 36 cr. Alpha et omega – Principium et finis – Finis coronat opus. Anno Domini MDCCCXIII (Titel auf Seite 357 des Manuskripts), Seiten 7–358, 9 nn. Bll. Münzregister, 24 nn. Bll. Ortsregister mit alphabetischem Griffregister. Mit Illustrationen von 350 Münzen mit Avers und Revers auf 178 Seiten, jeweils gerahmt von 178 verschiedenen (ausgenommen 2 mit figürlichen Darstellungen) abstrakt ornamental und geometrisch gestalteten Rahmen in Federzeichnung. Kalblederband d. Zeit auf fünf Bünden mit goldgeprägtem grünen Maroquin­rückenschild „Sammlung von Clavier Stüken” mit reicher ornamentaler und floraler Rücken- und Deckelgoldprägung. Geprägter Goldschnitt. Quer-Folio (310 × 228 mm). Kapitale berieben, Ecken bestoßen.
Prachtvoller Münzkatalog aus der Bibliothek der schweizerischen Adelsfamilie Grand d’Hauteville mit ihrem gestochenen Wappenexlibris auf vorderem Spiegel. Auf Seite 185 enthält das Werk eine von insgesamt zwei Bordürenillustrationen mit figürlichen Darstellungen mit einem Hinweis auf den Verfasser/Künstler: „Delin: G. B. H. die S. Paschatis A. 1813 die 18. Aprilis”. Eines der hervorstechendsten Merkmale des vorliegenden Katalogs ist die erstaunliche Vielfalt in der Ausgestaltung der Zierbordüren. Die Erläuterungen zu den einzelnen Münzen sind in einer gut lesbaren Handschrift in brauner Tinte gehalten. Wenige schwache Stockflecken.

Preis: 8500,- EUR

 

Engelschall, Joseph Friedrich. Album mit Originalzeichnungen. J. F. Engelschalls Handzeichnungen (goldgeprägtes Rückenschild). Album mit 82 Handzeichnungen von J. F. Engelschall, einzelne signiert und datiert in verschiedenen Techniken und Formaten, teils auf beigebundenen oder eingeklebten Zeichnungsblättern. Datierungen 1779-1782. Zusammen 73 nn. Blatt. Marmorierter Pappband d. Zeit mit rotem goldgeprägtem Rückenschild. Folio (355 x 225 mm). Deckel mit zweifarbigem Wurzelmarmorpapier bezogen, stärker beschabt und bestoßen. Rückenbezug mit kleinen Fehlstellen an den Kapitalen und im Bezug.
AKL XXXIV, 69, und Thieme-Becker X, 547. Von Joseph Friedrich Engelschall (1739-1797), der als Maler, Zeichenlehrer, Kunsttheoretiker und Philosoph tätig war, sind nur wenige künstlerische Werke überliefert. Das vorliegende Zeichenalbum aus der Zeit um 1780 gibt daher einen seltenen Einblick in das Spektrum des künstlerischen Schaffens und die Interessengebiete Engelschalls. Der aufkommende und von ihm favorisierte Klassizismus zeigt sich in vielen Zeichnungen und Skizzen nach Raffael und Werken antiker Plastik, daneben auch dem im späten 18. Jahrhundert als "klassisch" geltenden Barockmaler Guido Reni. Weiterhin finden sich einige gekonnte Porträts, die Engelschalls hohes zeichnerisches Potential wohl am besten erkennen lassen, teils auch karikaturhafte Darstellungen, meist von Herrschern seiner Zeit, darunter ein Profilbild von Struensee. Viele kleinere Porträtzeichnungen zeigen En-gelschalls Talent, mit wenigen Strichen den Charakter einer Physiognomie zu erfassen. Geometrische Hilfslinien an einzelnen Porträts lassen erkennen, daß Engelschall auf diesem Gebiet Studien betrieben hat. Außerdem finden sich Zeichnungen und Aquarelle von Pflanzen, militärischen Szenen, Landschaften, Dörfern, Burganlagen und antiken Monumenten; am Ende das barocke Grabmal eines Adeligen. Meist nur leicht gebräunt und fleckig, geringe Gebrauchsspuren. - Vorsatz mit eigenhändigem Besitzvermerk des Philosophen und Theologen Karl Wilhelm Justi (1767-1846), datiert 1817. Engelschall war ein Onkel Justis und hat ihn mehrfach porträtiert.

Preis: 3000,- EUR

 

Babberger, August und Anna Maria Babberger-Tobler. Die Jahreszeiten-Bilderbücher. Das Frühlings- Sommer- Herbst- und Winterbuch. Mit 37 nach dem Entwurf von August Babberger von Erna Schillig handkolorierten Original-Holzschnitten auf unbeschnittenem Zandersbütten mit Wasserzeichen, datiert 1934. Karlsruhe, Julius Engelberg, 1935. 22 nn. Bl. Halbpergamenteinband der Legatoria Artistica Ascona, der 1965 von Josef Stemmle gegründeten Handbuchbinderei. Folio (720 x 525 mm).
Eins von 50 nummerierten Exemplaren. - F. Würtenberger, Das graphische Werk von August Babberger S. 16-19 - Vollmer I, 85 - BLSK S. 55. - Der Maler und Graphiker August Babberger (1885-1936) zählt zu den Protagonisten des Expressionismus und zu den bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten der Klassischen Moderne. Seine Ausbildung erfolgte in Basel, Karlsruhe und Florenz (u.a. als Schüler von Augusto Giacometti). 1920 folgte er einer Berufung an die Landeskunstschule in Karlsruhe und war dort bis 1933 Professor und Direktor. Auf Druck der Nazis musste er sein Lehramt als "entarteter Künstler" aufgeben. Nach seinem Tod wurden zahlreiche seiner Bilder in öffentlichen Sa330 x 255 mm). mmlungen beschlagnahmt und in der berüchtigten Wanderausstellung "Entartete Kunst" ausgestellt. Lange Zeit beinahe vergessen, werden der Künstler und sein Werk heute wieder entdeckt. Die Holzschnitte zu vorliegendem Werk entstanden bereits ab 1919. Die Texte schrieb seine Frau, die Künstlerin Anna Maria Babberger-Tobler (1882-1935). Erna Schillig (1900-1993), Schülerin und Mitarbeiterin, besorgte die Handkolorierung. Außergewöhnliches Werk hinsichtlich Format und Ausführung, die Illustrationen sind beeindruckende Beispiele expressionistischer Druckgraphik. - Schönes Exemplar.

Preis: 9000,- EUR

 

 

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